Gehören zum Team der Kaffee Quartier Kantine: Petros, Benjamin und Alex.Foto: Schlie Gehören zum Team der Kaffee Quartier Kantine: Petros, Benjamin und Alex. Foto: Schlie
Gastrotest

Nicht schön, aber lecker

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Die Kantine im Kaffee Quartier: Überraschend gute und frisch zubereitete Gerichte.

Ambiente

Wärmstens ans Herz gelegt wurde uns die öffentliche Kantine im Kaffee Quartier in der Überseestadt. Am Ambiente liegt das aber bestimmt nicht. Hier präsentiert sich in einem schönen neuen Gebäude mit großer Terrasse leider genau das, was man beim Stichwort Kantine erwartet: lange Tischreihen in einem großen, kühlen Raum, alles möglichst unauffällig in weiß-grau gehalten. Die Deckenverkleidung besteht aus einem wabenförmigen Retro-Muster, das woanders vielleicht sogar stylisch gewirkt hätte. Pflanzen, Bilder und andere Dekorationen sind eingespart. Das ist alles nicht schön, schon gar nicht gemütlich und dazu auch noch mit einen ziemlich hohen Geräuschpegel verbunden. Die Kantine ist barrierefrei.

Essen

Zwei Hauptgerichte stehen zur Auswahl: Tandoori-Hühnchen auf Linsen-Dal mit geröstetem Mohn-Blumenkohl und Kokossauce für 8,20 Euro und ein vegetarischer Döner mit knackigem Salat, marinierter Antipasti, Falafel und Tomatenhummus für 7 Euro. Das hört sich nicht nur gut an, es schmeckt auch richtig gut. Das Hähnchen wird zwar nicht typisch rot eingefärbt, ist trotz seiner Blässe aber geschmacklich auf den Punkt gegart, perfekt gewürzt und wunderbar zart. Dazu liegt es in einer sämig-süßlichen Kokossauce mit Mandelblättchen und auf einem Bett aus knackigem Blumenkohlröschen, bissfesten Möhrenscheiben und einem würzigen Linsen-Brei. Als Highlight liegen darauf zwei leicht angegrillte Stücke frische Ananas.

Für den Döner wird ein Viertel weiches Fladenbrot mit saftigem Antipasti-Gemüse gefüllt, dessen Ölmarinade sich schön in das Brot einsaugt. Darauf gibt es roten und weißen Krautsalat, grünen Salat, rote Zwiebeln, einen dezenten Schuss Tomatenhummus und zwei knusprige Falafel. Leider ist das Essen nicht mehr heiß, bis wir durch die Kassenschlange durch sind und einen Sitzplatz gefunden haben. Auch die Salatbar lohnt einen Blick: Neben der üblichen Rohkost finden sich auch besondere Kleinigkeiten, wie marinierter Fenchel, Couscous oder Rote Bete-Salat.

Service

Wo Selbstbedienung angesagt ist, kann man über Service kaum urteilen. Aber: Um in den Genuss des Essens zu kommen, muss man im Vorfeld eine Verzehrkarte mit Geld aufladen. Darauf hinweisende Schilder sehen wir nicht. Wenn man das also nicht weiß, so wie wir, steht man an der Kasse mit dem vollgeladenen Tablett schön dumm da. Zum Glück hilft uns der charmante Koch unkompliziert mit seiner eigenen Karte aus der Klemme. Insofern: Volle Punktzahl für das Personal, aber einen Punkt Abzug für das unübersichtliche System.

Preise

Viel Bio-Ware, frisch gekocht, so machen die Preise von 8,20 und 7 Euro Sinn. Eine Flasche Wasser (0,25l) kostet 1,80 Euro, Bio Zisch (0,33l) jeweils 2 Euro. Alkoholika gibt es nicht.

Fazit

Auch wenn ein schönes Ambiente wünschenswert ist: Hier gibt es richtig gutes Kochhandwerk und ein engagiertes Team.


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