Die Zollhausboys möchten in Delmenhorst für satirisch-spaßige Erkenntnis sorgen. Foto: Uwe Jöstingmeier Die Zollhausboys möchten in Delmenhorst für satirisch-spaßige Erkenntnis sorgen. Foto: Uwe Jöstingmeier
Kabarett

Musikalisch-satirische Attacke der Zollhausboys

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Die Zollhausboys kommen nach Delmenhorst. Dann wird es satirisch, politisch und musikalisch.

Für den Auftritt der Zollhausboys in Delmenhorst haben sich Jürgen Schulenberg vom Breiten Bündnis gegen Rechts und Hans-Ulrich Salmen, Geschäftsführer der hiesigen Stadtwerke-Gruppe eingesetzt. Mit ins Boot geholt haben sich die beiden begeisterten „Zollhausboy-Friends“ Ann-Katrin Meyer vom Kulturbüro der Stadt Delmenhorst. Eben dort kann man ab dem 11. November Karten für das Ereignis bekommen. Der Auftritt der Zollhausboys ist allerdings erst zum Valentinstag am 14. Februar 2020 geplant. Treffpunkt für Liebhaber des politisch-musikalischen Kabaretts ist dann im Theater „Kleines Haus“ an der Max-Planck-Straße.

Neben dem Abendtermin um 20 Uhr, laden die Aufführenden auch zum Kabarett am Vormittag ein. Dieser Termin ist für interessierte Schulklassen und für Auszubildende gedacht – nicht zuletzt deshalb, weil die Zollhausboys aus den zwei „alten Hasen“ Pago Balke und Gerhard Stengert sowie vier jungen syrischen Migranten bestehen. Mit dabei sind Azad Kour (Tanz, Texte, Gesang), Ismaeel Foustok (Texte, Gesang, E-Gitarre), Delyar Hamza (Gesang, Persussion) und Shvan Sheikho (Texte, Kompositionen, Gesang, Schlagzeug, Gitarre). Die beiden Bremer haben zusammen mit den vier syrischen „Neubürgern“ ein musikalisches Programm erarbeitet, dass Themen wie Flucht, Heimat und Fremdheit umfasst und in satirischer Weise auf die Bühne bringt – bis auf minimale Ausnahmen komplett auf Deutsch.

Kabarett ohne Mitleid

Ihr Kabarettprogramm sehen die Macher als eine kleine kulturpolitische Stimme, die sie in die Waagschale werfen möchten. „Die Songs basieren auf den persönlichen Geschichten der Jugendlichen, die damals mit 15 und 16 Jahren unbegleitet nach Deutschland geflohen sind“, sagt Pago Balke. Aufgegriffen würden in dem kabarettistischen Programm verschiedene Kulturformen, denen man eine Stimme verleihen wolle, ohne Mitleid zu erhaschen.

Mit ihrem Abendprogramm waren die Zollhausboys, deren Name durch ein Projekt in der Bremer Flüchtlingsunterkunft, dem Hostel Zollhaus entstanden ist, mittlerweile bundesweit unterwegs – mit Erfolg. Rund 70 Vorstellungen haben sie gegeben. „Es gibt offenbar das Bedürfnis, die Aufführung der charmanten jungen Geflüchteten zu erleben“, erklärt Balke, der mit der Gruppe jetzt schon das zweite Programm entwickelt hat. In Delmenhorst kommt man zunächst in den Genuss der ersten Variante, die sich als eine kulturelle Attacke gegen den Rechtspopulismus und gegen das Fremdeln gegenüber den Menschen, die hier gelandet und gestrandet sind versteht. Denn hinsichtlich der „Vermischung“, wie Balke den Begriff Integration umschreibt, gäbe es noch viel Luft nach oben.

Mehr Schüler gewinnen

Für Balkes Zollhausboys ist deshalb wichtig, in Kontakt mit jungen Menschen zu kommen. „Unser klares Ziel ist es, in die Schulen hineinzukommen“, erklärt er. Deshalb wolle man insbesondere die Delmenhorster Schulen und größere Handwerksbetriebe im Vorfeld der Veranstaltung anschreiben, erläutert Jürgen Schulenberg. Er hofft auf klassenweise Anmeldungen. „Die Kapazitäten im ,Kleinen Haus‘ sind natürlich begrenzt“, gibt er zu bedenken.

Karten für das politisch-musikalische Kabarett der Zollhausboys gibt es im Kulturbüro (Rathaus), Telefon 04221 / 99 24 62. Schüler und Azubis zahlen für das Vormittagsprogramm 3 Euro Eintritt. Für das Abendprogramm kosten die Karten im Vorverkauf 19 Euro, ermäßigt 16 Euro. Gesponsert wird der Abend unter anderem von der Stadtwerke-Gruppe.

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