Auch Merita arbeitet im Per Noi in der Papenstraße.Foto: Schlie Auch Merita arbeitet im Per Noi in der Papenstraße. Foto: Schlie
Gastrotest

Blick auf die Lloyd-Passage

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Zentral gelegen: Das Per Noi in der Papenstraße.

Ambiente

Schön zentral gelegen könnte das Restaurant ein echter Publikumsmagnet sein. Über zwei Etagen zieht sich das Lokal, wirkt hell und luftig, ein intimes Zwischengeschoss lädt mit Lounge-Sesseln zum Lümmeln ein. Der Ausblick der riesigen Fensterfront geht auf die Passage, und die von Tauben (und ihren Hinterlassenschaften) bevölkerten Aufbauten. Drinnen gibt es helles Holz, Wände in lila und mit großformatigen exotischen Blumen. Das ist hübsch und wirkt lebendig, täuscht aber leider nicht darüber hinweg, dass zwischen der Plastikblumen-Deko Staub liegt, die Bank voller Krümel ist und der Besteck- und Kartenhalter von undefinierbaren hellen Spritzern übersät ist.

Essen

Das täglich wechselnde Mittagsbüfett gibt es für 9,50 Euro. Darin enthalten sind unter anderem eine Kürbissuppe, Hähnchengeschnetzeltes, Tortellini in Sahnesauce, Hähnchenschenkel auf einer Pilz-Zwiebelsauce, eine kleine Salatauswahl und Nachspeisen. Die Kürbissuppe mit Apfel ist überwürzt, schmeckt intensiv nach Curry und Salz. Das geschnetzelte Fleisch ist trocken, krümelt im Mund und die Tortellini sind zu hart. Die Hähnchenschenkel angenehm zart, wenngleich die lecker aussehende Haut nicht knusprig, sondern lappig ist. Die in der Karte angekündigten gefüllten Paprika und die Kroketten fehlen. Dafür gibt es Salzkartoffeln, die so schmecken, als lägen sie schon lange in dem Wärmebehälter.

Das Gemüse der Saison entpuppt sich als Blumenkohl, Brokkoli und Möhren – in Form und Wässrigkeit an Tiefkühlware erinnernd. Insgesamt ist alles lauwarm. Als zweites Gericht ordern wir das Hähnchencurry mit frischem Gemüse, Limetten-Currysauce und Basmatireis für 9,90 Euro. Frisch ist hier wörtlich genommen: Möhren und Auberginen sind fast roh. Zucchini und Paprika sind okay, liegen in einer soliden und heißen Curry-Sahnesauce – Limetten schmecken wir nicht heraus.

Service

Zumindest höflich ist die Servicekraft. Sichtbare Freude an der Arbeit kann man ihr nicht nachsagen. Und warum nur einer von uns ein Platzset bekommt, erschließt sich uns nicht wirklich. Aber da wir uns bemühen, nicht zu kleckern, ist das ok. Leider lässt auch der WC-Bereich (der nur durch eine schäbige Tür zu erreichen ist) zu wünschen übrig – trotz Toilettenfrau.

Preise

9,50 und 9,90 Euro sind deutlich zu teuer für das Essen. Ein Wasser (0,25l) kostet normale 2,50 Euro, ein Bier vom Fass (0,25l) 2,80 Euro und der günstigste Wein liegt bei 4,60 Euro je 0,2l.

Fazit

Etwas mehr Liebe zum Detail und das Lokal wird brummen.

Infos:
Per Noi
Papenstraße 5
montags bis samstags ab
9 Uhr, sonntags ab 10 Uhr
geöffnet
0421 / 15 600
pernoi-bremen.de


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