Impfen Foto: WikiImages Pixabay In Huchting fehlt der Stadtteilarzt. Neben der Schuleingangsuntersuchung gehört auch das Impfen zu dessen Aufgaben. Foto: Pixabay
Nachfolgeproblem

Mediziner dringend gesucht

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In Huchting ist die Stelle des Stadtteilarztes seit Sommer 2019 unbesetzt.

Kinder aus Huchting, die dieses Jahr eingeschult werden, müssen für ihre Schuleingangsuntersuchung momentan einen Umweg nach Horn-Lehe machen. Grund dafür ist die seit dem vergangenen Sommer vakante Stelle des Stadtteilarztes in Huchting. Nach dem Umzug der vorherigen Ärztin nach Gröpelingen blieb die Stelle unbesetzt und bisher ist kein Nachfolger in Sicht.

Dabei ist die Stelle nach Angaben der Huchtinger Grünen für die Kinder wichtig: Die Schuleingangsuntersuchungen gehören ebenso zu den Aufgaben, wie das Impfen und die Einladung der Kinder zu Vorsorgeuntersuchungen. Aus diesem Grund hat der Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Björn Fecker nun für die kommende Bürgerschaftssitzung eine Anfrage eingereicht, um die Vakanz erneut zum Thema zu machen.

Rund 370 Kinder müssen woanders versorgt werden

„Die Stelle muss besetzt werden. Unser Stadtteil braucht ein solch niedrigschwelliges Angebot. In Huchting müssen jedes Jahr Hunderte Kinder auf ihre Schulfähigkeit hin untersucht werden. Die Gesundheitssenatorin ist in der Pflicht, zeitnah Abhilfe zu schaffen“, betont Fecker.

Für das kommende Schuljahr bedeutet das, dass etwa 370 Erstklässler für ihre Schuleingangsuntersuchung anderweitig versorgt werden müssen.

Auch andere Ärzte fehlen

Allerdings ist das Problem kein Einzelfall. In ganz Bremen gibt es mehrere Stadtteile, in denen Ärzte fehlen. Und auch bundesweit hat der öffentliche Gesundheitsdienst abgebaut, so Martin Götz, Referatsleiter vom Gesundheitsressort Bremen. Aufgrund eines hohen Fachkräftemangels könnten sich die Mediziner ihre Stellen aussuchen und höhere Ansprüche stellen.

Die Huchtinger Grünen erwarten derweil bei der Lösungssuche auch ungewöhnliche Ansätze. „Um die Stelle attraktiv zu gestalten, muss über eine Verbeamtung ebenso nachgedacht werden wie über Ärzte-Teams, die für zwei Stadtteile zuständig sind. Insbesondere der Einsatz in Stadtteilen in schwieriger sozialer Lage könnte so attraktiver werden“, erläutert Fecker.

Darüber hinaus erwarten die Grünen, dass die Gesundheitsbehörde bei ihrer Personalsteuerung die Stadtteile mit hohem Handlungsbedarf mehr in den Fokus nimmt. „Einen Stadtteil wie Huchting mit seinen Herausforderungen nicht umgehend mit einem Stadtteilarzt zu versorgen, ist für mich absolut unverständlich“, so der Grünen-Politiker.

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