Wenn Frau Bollmann (Marion Rose, links) zu Besuch kommt, muss der Schein gewahrt bleiben, komme was da wolle. Lisa und Klaus, sowie August und Ida (Lisa Reetz, Niklas Müller, Heinrich Caspers, Brigitta Bauer, v.l.) müssen sich arrangieren. Foto: Richter
Theaterkritik

Flotter Klassiker des Theaters

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„Keen Utkamen mit‘t Inkamen“ ist eine gelungene Produktion für das Niederdeutsche Theater Delmenhorst.

Das Stück „Keen Utkamen mit‘t Inkamen“ zählt zu den ganz großen Klassikern des niederdeutschen Theaters. Kein Wunder, versammelt das Lustspiel doch viele Kniffe und Begebenheiten, die aus diesem ein Paradebeispiel der Verwechslungskomödie machen. August und Ida Bodendiek (Heinrich Caspers und Brigitta Bauer in grundsolider Form) sind Rentner und klagen über ihre finanzielle Lage. Da fällt ihnen das ungenutzte Zimmer ein, das sie zwecks der Aufstockung des eigenen Kontos kurzerhand vermieten möchten. Aufgrund einiger Verwirrungen und bestem Screwball-Timing wird die Stube jedoch doppelt vermietet.

Niklas Müller und Lisa Reetz geben in der jüngsten Produktion des Niederdeutschen Theaters Delmenhorst (NTD) die ungleichen Mieter. Es handelt sich um die zweite Produktion des NTD in der aktuellen Spielzeit und mit Christoph Jacobi konnte ein Regisseur gewonnen werden, der den komödiantischen Klassiker zwar frei von echten Überraschungen aber dafür mit dem angebrachten Tempo inszeniert hat.

Besondere darstellerische Leistungen

Die gute bis sehr gute Darstellerriege gibt die ganze Spielzeit hindurch großen Einsatz. Besonders hervorzuheben sind Marion Rose, die einen denkwürdigen Auftritt hinlegt und in ihrer Rolle als antagonistische Frau Bollmann mit spürbarem Hochgenuss aufgeht. Niklas Müller überzeugt vor allem durch Energie und pointiertem Tempo in seiner Rolle als Klaus Jäger. Er arbeitet mit treffsicherem Timing auf Lacher hin. Vielleicht am beeindruckendsten ist die Rolle der Paula Sprott, dargestellt von Regieassistentin Elga Eilers. Obschon die Figur nie auf der Bühne zu sehen ist, schafft Eilers es, ihre Stimme in eine an Manie grenzende Hysterie zu schrauben, dass dem Zuschauer ihre Nachbarn wahrlich leid tun mögen.

Nicht unerwähnt sollte auch das Bühnenbild bleiben, das an klassische Ohnsorg-Inszenierungen erinnert und die Bühne des Theaters „Kleines Haus“ konsequent in das zwar gemütliche aber doch sparsame Heim der Bodendieks verwandelt.

„Keen Utkamen mit‘t Inkamen“ wurde sportlich zurechtgestutzt, sodass der Theaterabend inklusive 20-minütiger Pause nach knapp zwei Stunden beendet ist. Noch zehnmal wird das Stück im Theater „Kleines Haus“ aufgeführt. Informationen zu Aufführungsterminen gibt es unter ntd-del.de im Internet. Die Karten für das Stück sind bei der Konzert- und Theaterdirektion an der Max-Planck-Straße 4 erhältlich, Telefonnummer 04221 / 16 56 5.

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