Nicht schön, aber bevor die Feuerwache 7 gebaut werden kann, muss der Baugrund am Hochschulring von Bäumen befreit werden.Foto: Schlie Nicht schön, aber bevor die Feuerwache 7 gebaut werden kann, muss der Baugrund am Hochschulring von Bäumen befreit werden. Foto: Schlie
Feuerwache

Kahlschlag für die Feuerwehr

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Die neue Wache 7 soll am Hochschulring entstehen. Die Eröffnung ist für 2022 geplant.

Da die offizielle Baumfällsaison in Bremen nur von 1. Oktober bis Ende Februar dauert, wurde am Hochschulring kurz vor dem Motorsägenstopp ein Kahlschlag angeordnet. Am Eingang zum alten Campingplatz am Stadtwaldsee werden auf einer Waldfläche von etwa einem Hektar fast alle Bäume niedergemetzelt. Dort soll die neue Feuerwache 7 (Nord-Ost) entstehen. Grundsteinlegung sei im März 2021, Inbetriebnahme für Mitte 2022 geplant, so die Sprecherin des Innensenators.

Übungsturm am neuen Standort

In der Senatsvorlage vom September 2019 wurden die Gesamtkosten des Vorhabens mit 15,3 Millionen Euro veranschlagt, inklusive 455.000 Euro für das Grundstück. Da es sich im Besitz der Wirtschaftsförderung Bremen befand, musste es von Immobilien Bremen angekauft werden.

Die Kosten werden komplett aus dem Haushalt des Senators für Inneres finanziert. Neben Stellflächen für die Einsatzfahrzeuge sowie Aufenthalts- und Büroräume wird es am neuen Standort auch einen 25 Meter hohen Übungsturm geben. Dort soll die Personenrettung aus größeren Höhen trainiert werden.

Kein Platz für Bäume in Horn-Lehe

Der Verlust des 10.800 Quadratmeter großen Waldgebietes soll mit der Ersatzaufforstung auf 23.000 Quadratmetern kompensiert werden. „Dafür wurde leider kein Platz in Horn-Lehe gefunden“, sagt Stadtteilassistentin Maren Gagelmann. Daher werden die neuen Bäume nun auf der Fläche eines alten Kleingartengeländes zwischen Christrosenweg, Fleetstraße, Rosenweg und Waller Straße gepflanzt.

Direkt neben dem alten Campingplatz soll die neue Feuerwache entstehen. Foto: Schlie

Direkt neben dem alten Campingplatz soll die neue Feuerwache entstehen. Foto: Schlie

Nicht nur Fledermäuse verlieren mit dem Waldstück einen Lebensraum. Auch Amphibien. Eine genaue Bestandsaufnahme der Kröten und Frösche auf dem Baugrundstück fand nicht statt, gefundene und gefangene Tiere wurden von einer Fachfirma eingesammelt und in einen neuen Lebensraum umgesiedelt.

Versorgungslücke schließen

Der Neubau der Nord-Ost-Wache zählt zu einem Gesamtkonzept, in dem die Feuerwehr-Standorte neu geordnet werden. Das sieht auch vor, die bisher für Horn-Lehe zuständige Wache 2 an der Bennigsenstraße in Hastedt aufzulösen, wenn die Wache 7 arbeitet.

Mit der neuen Feuerwache will die Stadt eine Versorgungslücke im Brandschutz für die Stadtteile im Nordosten Bremens schließen. „Die aktuell sechs Feuerwachen reihen sich wie Perlen an einer Schnur und vollziehen die historisch gewachsene Besiedlung Bremens am Fluss entlang“, stellte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) klar. Das bringe Probleme in Randbezirken, die nicht schnell genug erreicht werden können.

Im Bereich Borgfeld, Horn-Lehe und Oberneuland könne es die Berufsfeuerwehr derzeit nicht garantieren, innerhalb von sieben bis zehn Minuten am Einsatzort zu sein. Das soll von der Feuerwache 7 aus möglich werden. Die Ausfahrt zum Hochschulring wird als „Alarmausfahrt“ gestaltet, die Ampeln lassen sich dabei von der Einsatzleitung so schalten, dass die Feuerwehrfahrzeuge ungehindert ausrücken können.

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