Spiel ohne Grenzen Trainer Jupp Schmeißner (rechts im Bild mit Sonnenbrille) und Mitglieder seines Teams bei der Generalprobe. in Delmenhorst für den Wettbewerb "Spiel ohne Grenzen". Foto: Stadtarchiv Delmenhorst
Historie

Triumphaler Sieg im Stadtbad

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Vor 50 Jahren fieberten die Delmenhorster beim „Spiel ohne Grenzen“ mit.

Im Mai 1965 strahlte das Erste Deutsche Fernsehprogramm erstmals eine Folge der Show „Spiel ohne Grenzen“ als Livesendung aus, die sich zu einem Publikumsliebling entwickelte. Jahr für Jahr kämpften acht nationale Städtemannschaften an vier Samstagen mit dem Ziel gegeneinander, sich für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren.

Die Mannschaften trafen in oft durch Schmierseife erschwerten oder im Wasser ausgetragenen Spielen aufeinander, die sportliche Ausdauer und Geschicklichkeit erforderten.

Publikumsliebling

Mit jedem gewonnenen Spiel konnten zwei Punkte gemacht werden, wobei für eines der Spiele von jedem Team vorab ein Joker gesetzt werden konnte, der bei einem Sieg die Punktzahl auf vier verdoppelte. Das letzte Spiel wurde laut Reglement punktemäßig doppelt gezählt. Die nationalen Gewinnermannschaften qualifizierten sich dann jeweils für einen internationalen Vergleichswettkampf.

Die zweite, nun internationale Finalrunde wurde jeweils Mittwochabend abwechselnd in den am Wettbewerb teilnehmenden Ländern ausgetragen und als Eurovisionssendung ausgestrahlt. Die nationalen Mannschaften, die als Gewinner der zweiten Runde der internationalen Ausscheidungen hervorgegangen waren, bestritten dann das Finale.

Delmenhorst siegt gegen Bad Nauheim

Die Stadt Delmenhorst hatte sich für die Teilnahme am „Spiel ohne Grenzen“ beworben und trat am 9. Mai 1970, vor 50 Jahren, im Stadtbad mit ihrem Team gegen eine Mannschaft aus der hessischen Kurstadt Bad Nauheim an.

Vor dem großen Spiel fand am Vormittag noch einmal eine Generalprobe vor großer Kulisse unter den Augen von Schülern aus fast allen Delmenhorster Schulen statt.

Ab 13 Uhr wurden dann die Zuschauer eingelassen. Eine halbe Stunde später musizierten die Spielmannszüge des VSK Bungerhof, des Delmenhorster Turnerbundes, das Jugendblasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Ganderkesee und eine Beatband aus Bad Nauheim.

Stadtbad

Viele hundert Zuschauer verfolgen auf im Stadtbad errichteten Tribünen die Wettkämpfe des „Spiels ohne Grenzen“.Foto: Stadtarchiv Delmenhorst

Um 15.30 Uhr übernahm Camillo Felgen, der bekannte und beliebte Luxemburger Sänger sowie Radio- und Fernsehmoderator, die Leitung des Spieles. Nach zwei Kurzfilmen, in denen die Städte Bad Nauheim und Delmenhorst den Fernsehzuschauern vorgestellt wurden, begann die Ausstrahlung des eigentlichen Wettkampfes um 16 Uhr.

Von einem Spiegel auf einem vor dem Stadtbad errichteten 40 Meter hohen Mast wurden die von fünf Farb- und einer Schwarz-Weiß-Kamera aufgezeichneten Bilder zur Sendezentrale in Hamburg übermittelt. Es gab Spiele unter dem Motto „Die Delphine“, „Die Schwimmkugel“ und „Der Proviant“.

Bei der Spielsequenz „Die Elefanten“ mussten die Rüsseltiere mit ihren zerbrechlichen und mit Schmierseife präparierten Beinen aus dem Wasser an Land gehievt werden. Foto: Stadtarchiv Delmenhorst

Bei der Spielsequenz „Die Elefanten“ mussten die Rüsseltiere mit ihren zerbrechlichen und
mit Schmierseife präparierten Beinen aus dem Wasser an Land gehievt werden.
Foto: Stadtarchiv Delmenhorst

Nach dem zehnten Spiel „Der Kampf“ lagen die Delmenhorster Leichtathleten und Schwimmer mit 10:12 Punkten zurück. Das letzte Spiel „Der Lindwurm“ brachte dann für Delmenhorst, das einen Joker setzte, den nicht mehr erwarteten triumphalen Sieg, der bei den Stadtoffiziellen, dem Sportamtsleiter und Fernsehkoordinator Kroker und den beiden Mannschaftstrainern Storma und Jupp Schmeißner große Freude und Jubel auslöste.

Beim internationalen „Spiel ohne Grenzen“ im belgischen Namur musste sich das siegreiche Team aus Delmenhorst allerdings am 8. Juli 1970 als eine von sechs Mannschaften mit dem Erreichen eines dritten Platzes zufriedengeben.

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