Auch wer behandlungsbedüftige Krankheiten hat, die nichts mit Corona zu tun haben, kann nach wie vor ins JHD kommen. Foto: Konczak
Corona-Krise

Pauschalaussage der Ministerin war missverständlich

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Chefarzt und Geschäftsführer des Josef-Hospitals stellen pauschale Aussage der Gesundheitsministerin richtig.

Nachdem am Wochenende drei Corona-Patienten wieder in die häusliche Quarantäne entlassen werden konnten, wurden aktuell erneut drei Patienten, die sich mit dem Coronavirus COVID-19 angesteckt haben, stationär im Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) aufgenommen. Einer dieser Patienten liegt auf der Intensivstation, weil er beatmet werden muss, die anderen nicht. Insgesamt sind aktuell im Landkreis Oldenburg 152 Corona-Infektionen bestätigt, in Delmenhorst 26.

Aufgrund der Corona-Krise hat das JHD ein Leitsystem eingerichtet. Das beinhaltet unter anderem auch, dass Corona-Patienten separat in einem so genannten Normalbereich und in einem Intensivbereich behandelt werden. Auch das Personal, dass bei einem Corona-Patienten war, muss anschließend in einem dafür eingerichteten Raum die Schutzkleidung wechseln. „Wir nutzen sogar einen gesonderten Fahrstuhl“, sagt JHD-Geschäftsführer Florian Friedel.

Weiterhin Behandlungen anderer Krankheiten

Für Missverständnisse hätte laut Krankenhaus-Chef und Dr. Klaus Gutberlet, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, eine Äußerung der Niedersächsischen Gesundheitsministerin Carola Reimann gesorgt. Sie hatte die Bevölkerung aufgefordert, den Krankenhäusern fern zu bleiben. „Das heißt natürlich nicht, dass man nicht ins Krankenhaus kommen soll, wenn man zum Beispiel Schmerzen in der Brust hat“, stellt Gutberlet klar. Im Gegenteil. „Es gibt auch andere behandlungsbedürftige Krankheiten.“ Der Ministerin gehe es vermutlich um Angelegenheiten, die nicht dramatisch seien und verschoben werden könnten, wie unter Umständen Operationen am Knie.

Hinsichtlich der Liquidität des JHD macht sich der Geschäftsführer momentan keine Sorgen – trotz einer Minimalbelegung mit rund 150 Patienten, ähnlich wie immer zur Weihnachtszeit. „Der Bund hat Mittel in Aussicht gestellt. Wir bekommen pro Bett eine Freihaltepauschale von 560 Euro pro Tag und 50.000 Euro pro Beatmungsplatz. Außerdem wurden die Krankenkassen verpflichtet, innerhalb von fünf Tagen die Rechnungen zu begleichen“, erklärt Friedel. „Wir wurden vom Land aufgefordert, dahingehend Anträge zu stellen. Das haben wir in der vergangenen Woche gemacht und sind gespannt.“

Liquidität des JHD vorerst gesichert

Momentan sei die Liquidität des JHD für mindestens zwei Monate gesichert. „Und wenn die Mittel wie angekündigt kommen, dann werden wir damit auskommen, obwohl sie knapp bemessen sind“, sagt Friedel. Wenn das Haus mit Corona-Patienten „volllaufe“, dann sei der Ausgleich durch das Krankenhausentlastungsgesetz allerdings nicht mehr wirtschaftlich.

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