Rettungseinsätze wie hier am Sportparksee Grambke gehören zum Alltag der DLRG-Helfer. Bei gutem Wetter könnte die Zahl der Badeunfälle an den Bremer Seen in diesem Jahr deutlich höher ausfallen als in den Vorjahren. Foto: DLRG Landesverband Bremen
Badeseen

DLRG erwartet harten Sommer

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Die DLRG befürchtet hohe Unfallzahlen an Bremer Badeseen. Ein Schwimmprojekt in den Ferien soll helfen.

Weniger Leute, die in den Urlaub fahren, Freibäder mit beschränkten Kapazitäten – Der Bremer Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rechnet in diesem Sommer mit einem Ansturm auf die hiesigen Badeseen. „Wir gehen davon aus, dass die Einsatz- und Unfallzahlen deutlich höher ausfallen werden als sonst“, befürchtet Sprecher und Vorstandsmitglied Philipp Postulka.

Gleichzeitig ist für die ehrenamtlichen Helfer aufgrund der Coronakrise weiterhin Vorsicht geboten. „Wir versuchen, den Kontakt zu den Badegästen zu minimieren und werden deshalb weitestgehend auf Strandstreifen verzichten“, erklärt Postulka.

Wachbesetzungen mit Maske

Die Wachbesetzungen werden möglichst klein gehalten, die Teams werden mit Masken ausgestattet. Für Reanimationen werden Hilfsmittel wie Beatmungsbeutel mit Sauerstoff eingesetzt. „Wir lassen die größtmögliche Vorsicht walten. Gleichzeitig ist es aber nicht unsere Aufgabe, die Badegäste an die Abstandsgebote zu erinnern. Da appellieren wir an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen“, sagt der Sprecher.

Um die Gefahren an Badeseen zu minimieren, sind mehr denn je auch Eltern gefragt, findet Postulka. „Man beobachtet immer häufiger, dass Kinder ohne Begleitung schwimmen. Da muss mehr Aufmerksamkeit herrschen“, sagt er. Auch Selbstüberschätzung und Abbruchkanten in den Badeseen seien häufige Verletzungs- und Unfallrisiken.

Mangelnde Schwimmfähigkeit

Bereits vor der Coronazeit konnte zudem jeder zweite Drittklässler in Bremen nicht richtig schwimmen. Ein Problem, das Stephan Oldag, Präsident des Landesschwimmverbands Bremen, beobachtet. „In der letzten Zeit konnte ja kein Schwimmunterricht in den Schulen stattfinden. Zudem haben zurzeit nur vier Bäder in Bremen ausschließlich in den Abendstunden zu Lernzwecken für Vereine geöffnet, das reicht bei Weitem nicht“, sagt er. Wenn nicht bald Lösungen für die geringe Schwimmfähigkeit von Kindern gefunden werden, werden die Gefahren immer größer, mahnt auch Oldag.

Ein Projekt soll kurzfristig helfen: die Bremer Bäder, die DLRG, der Schwimmverband und die Senatorin für Kinder und Bildung bieten Kurse für Drittklässler in den Sommerferien an. Diese dauern je eine Stunde über fünf Tage in Folge. „Unser Ziel ist, dass so mindestens 1.000 Kinder ihre Abzeichen nachholen“, sagt Oldag.

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