Im vergangenen Jahr konnten die Gäste auf dem Summer Sounds ausgelassen feiern. Dies wird in diesem Jahr nicht möglich sein. Foto: Daniela Buchholz
Festival

Open-Air-Feeling im Wohnzimmer

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In diesem Jahr finden keine Festivals statt. Nun kann man sich sein Lieblingsfestival nach Hause holen.

Vor 17 Jahren hat Markus Blanke sein ersten Festival organisiert. Der heutige Projektleiter des Summer Sounds Festivals in der Neustadt wurde mit der Zeit immer weiter in die Festival-Branche involviert und merkte, welche Synergien und Gemeinsamkeiten die vielen Festivals in Deutschland haben.

Dadurch entstand ein Netzwerk, dass sich auch während der Corona-Pandemie gegenseitig helfen möchte. „So kam uns die Idee zum Festival für Festivals“, sagt Blanke. Festival-Liebhaber können sich für 35 Euro eine Box bestellen, die Utensilien und Erinnerungen an Festivals erhält: Ein Duftbaum, der nach Dixieklo riecht, Bier, ein Festivalbändchen und Vieles mehr. „Die Differenz der Einnahmen wird dann an die über 150 teilnehmenden Festivals gespendet“, erklärt Blanke.

Auch Bremer Festivals dabei

In Bremen sind neben dem Summer Sounds auch die Breminale und Horn to be Wild dabei. Wer möchte, kann seinen Betrag auch nur einem bestimmten Festival zukommen lassen. Mit etwas Glück ist ein goldenes Festivalbändchen dabei, dass im kommenden Jahr freien Eintritt bei allen teilnehmenden Festivals garantiert

„Vom 21. bis 23. August wollen wir dann ein digitales Festival ausrichten“, sagt Blanke. Dabei soll es nicht nur Livekonzerte geben, sondern auch einen digitalen Zeltplatz, bei dem die Gäste untereinander typische Festival-Spiele spielen können. „Die Leute können sich dann im kleinen Rahmen den Richtlinien entsprechend persönlich treffen, ihre Campingstühle und Zelte aufstellen und online mit den anderen Festivalbesuchern zusammenkommen.“

Auf höherer Ebene auf das Problem aufmerksam machen

Die Festivals können entscheiden, ob ihre generierten Einnahmen an sich selbst, die Branche, ausgewählte Festivals oder eine Initiative ausgezahlt werden sollen. „Dabei wird der kleine Erlös der Box nicht reichen, um die Festival-Branche zu retten“, sagt Blanke. Man wolle auf einer höheren Ebene auf das Problem aufmerksam machen, da sonst Festivals in dieser Form nicht mehr existieren können: „Das Summer Sounds wird gefördert und ist deswegen nicht so schlimm betroffen wie Festivals, die nur den Ticketverkauf als Standbein haben“, erklärt der Projektleiter.

Deswegen werde es Summer Sounds im kommenden Jahr hoffentlich stattfinden können. „In diesem Jahr werden wir im Rahmen des Kultursommers am 14. und 15. August, also wenn eigentlich Summer Sounds stattgefunden hätte, pro Tag drei kleine Veranstaltungen anbieten.“
Wer sich noch eine Festivalbox bestellen möchte, kann dies bis Sonntag, 19. Juli unter festivalfuerfestivals.de tun.

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