Das Verbot von Alkoholverkauf außer Haus wird laut der Polizei bisher gut umgesetzt. Kioskbetreiber wie Munir Akbari sehen dadurch jedoch nur eine Verlagerung des Problems. Foto: Schlie
Alkoholverbot

Kioske im Viertel kämpfen um ihre Existenz

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Wie Ladenbesitzer im Viertel unter dem Alkoholverbot leiden und was sie jetzt fordern.

Munir Akbari, Geschäftsführer des Kiosks „Que pasa amigos“ an der Sielwallkreuzung, hat mit dem Verbot sehr zu kämpfen. „Mir fallen 40 bis 50 Prozent meines Umsatzes weg. Der Verkauf in den Abendstunden ist mein Hauptgeschäft“, sagt er. Seit fast zwei Monaten gilt, dass im Viertel und an der Schlachte an den Wochenenden nach 22 Uhr kein Alkohol mehr außer Haus verkauft werden darf.

Vor den coronabedingten Maßnahmen habe sein Laden an Wochenenden immer bis drei oder vier Uhr nachts geöffnet gehabt. „Jetzt schließen wir meist schon um Mitternacht“, berichtet Akbari. Wenn das noch längere Zeit so weitergehe, müsse er wie viele andere betroffene Kioskbetreiber um seine Existenz bangen, sagt er.

Partygänger suchen sich andere Orte

Vielen Geschäften in den betroffenen Gebieten geht es ähnlich. Dazu fehlt vielen Besitzern die Perspektive, wann die Verkaufsverbote gelockert oder abgeschafft werden sollen. „Die Allgemeinverfügung ist zunächst auf zwei Wochen befristet, danach wird die Lage jedes Mal aufs Neue bewertet“, erklärt Innenressort-Sprecherin Karen Stroink. Maßgebend für eine Verlängerung der Verbote sind laut Stroink Berichte der Polizei und des Ordnungsamtes sowie die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie.

Dass das Verbot bald aufgehoben wird, halten viele Betroffene für unwahrscheinlich. „Wir sind traurig, auch für unsere Stammkunden ist das eine blöde Situation“, sagt Andy, Mitarbeiter im Viertel-Kiosk. Er hat beobachtet, dass viele Partygänger sich nun vermehrt an anderen, benachbarten Plätzen aufhalten.

Forderung nach härterem Durchgreifen

„Jetzt kaufen die Leute halt am Dobben oder am Osterdeich ihren Alkohol und halten sich dann dort länger auf. Daher macht das Verkaufsverbot aus meiner Sicht wenig Sinn“, findet er.

Auch Munir Akbari fordert andere Maßnahmen. „Polizei und Ordnungsamt müssten härter durchgreifen und mehr auf die Abstandsregeln bei den Feiernden achten.“

Die Polizei hat eine Verlagerung in den Bereich Osterdeich schon registriert. „Dorthin wird Alkohol in größeren Mengen mitgeführt und entsprechender Müll hinterlassen“, sagt Innenressort-Sprecherin Stroink. Das gute Wetter und die Lockerungen haben dazu geführt, dass „etliche Besucher jegliche Distanz vermissen lassen“. Polizei und Ordnungsamt seien dort und im Viertel nun noch präsenter.

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