Schon über 1.000 Bremer Studenten haben einen Antrag auf Erstattung der Kosten für ein Semesterticket gestellt. Nach Einschätzung der ­Studentenvertretung Asta werden in den kommenden Wochen noch viel mehr hinzukommen. Foto: Schlie
Semestertickets

Geld für Studenten reicht nicht

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Die Anträge zur Erstattung des Semesterticket-Betrags sprengen aktuell den Hilfsfonds des Senats.

Die Aktion war gut gemeint: Viele Studenten plagen wegen der Corona-Pandemie vermehrt Geldsorgen. Einnahmen aus Nebenjobs fallen weg, weil Kneipen und viele Geschäfte schließen mussten.

Ersatz ist kaum möglich. Darum will der Bremer Senat notleidenden Studenten die Kosten für das Semesterticket erstatten. Doch das dafür bereitgestellte Geld reicht bei Weitem nicht.

Schon über 1.000 Anträge

Nach Angaben der Studierendenvertretung Asta der Universität haben bisher schon mehr als 1.000 Studenten Anträge eingereicht. „Wir bekommen aktuell über 100 Anträge pro Woche“, sagt der Semesterticket-Beauftragte des Asta, Marlin Meier.

Nur wenige Anträge würden abgelehnt. Die 130.000 Euro, die das Wissenschaftsressort und das Mobilitätsressort zu gleichen Teilen zur Verfügung stellen, reichen nur für insgesamt 530 Bewilligungen.

Nachverhandlungen stehen an

„Wir sind auf Nachverhandlungen mit der Behörde angewiesen, das war auch schon länger absehbar“, erklärt Meier. „Ende dieser Woche treffen wir uns mit Vertretern der Ressorts, um einen Lagebericht abzugeben. Ich hoffe sehr, dass wir dann auch über den Mehrbedarf reden werden“, sagt er.

Das bisherige Geld ist als Hilfe für das Sommersemester 2020 sowie das Wintersemester 2020/2021 gedacht, je 60.000 Euro pro Semester für die Anträge und je 5.000 Euro für Personalkosten des Asta. „Angesichts der vielen Anträge reicht auch das Personal nicht mehr aus, auch da werden wir nachsteuern müssen“, fordert Meier. Unklar ist, ob die Hilfe ins kommende Sommersemester 2021 verlängert wird.

Semesterticket kostet 226,39 Euro

Antragsberechtigt sind alle Studenten von Bremer Hochschulen, deren Einkommen unter dem Bafög-Höchstsatz von aktuell 861 Euro liegt. Wenn Studenten selbst krankenversichert sind, wird diese Grenze dem Krankenkassenbeitrag entsprechend um 105 Euro erhöht.

Außerdem steigt der Betrag für jedes leibliche, im eigenen Haushalt lebende Kind um 175 Euro. Die Kosten für das Semesterticket betragen laut Wissenschaftsressort 226,39 Euro.

Asta übt weitere Kritik

Marlin Meier ist zwar zuversichtlich, dass noch weitere Hilfen bewilligt werden, sieht aber auch ein allgemeines Problem.

„Kaum noch ein Student kann sich ohne einen guten Nebenjob über Wasser halten, da die Beiträge in den letzten Jahren immer weiter gestiegen sind. Dieses Problem wird auch der Notfallfonds nicht lösen können.“

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