Kann im Schlossparkbad endlich wieder seinen normalen Job machen: Schwimmmeister Pascal Koch. Foto: Lenssen Hofft auf den Sommer und viele Badegäste: Schwimmeister Pascal Koch. Foto: Lenssen
Normalität im Bad

Die Pommes fehlen noch

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Bisher kommen nur wenige Besucher in die Freibäder, aber das liegt nicht an Corona.

So wie früher ist es noch nicht. Das muss Schwimmmeister Pascal Koch zugeben, als er sich im Schlossparkbad umschaut. Das große Schwimmerbecken ist leer, auch die weitläufigen Liegewiesen. Aber am Sprungturm ist was los. Da lassen es ein paar Jugendliche krachen. Und an der langen Rutsche stehen drei Kinder an, die sich den Spaß auch durch das wenig sommerliche Wetter nicht vermiesen lassen.
„Respekt, dass sie so lange im Wasser aushalten“, sagt der Schwimmmeister, der mit seiner roten Fleecejacke vom Beckenrand aus das Treiben beobachtet. 21,2 Grad habe das Wasser an diesem Tag, berichtet Koch und zieht den Reißverschluss alleine beim Gedanken daran noch ein bisschen weiter Richtung Kinn. „Ich mag es lieber ein wenig wärmer“, gibt der 26-Jährige zu.

Ein Dreivierteljahr fast ohne Publikum

Was er aber klasse findet: Dass er sich endlich wieder um Badegäste kümmern darf. Die waren ja wegen Corona ein Dreivierteljahr beinahe ausgesperrt gewesen aus den Bremer Bädern.
„Nachdem man sich so lange Zeit fast ausschließlich mit handwerklichen Sachen und Reinigungsarbeiten rund ums Bad beschäftigen musste, merkt man erst einmal, wie interessant es ist, wieder mit Menschen umzugehen“, sagt Koch. Schließlich sei der Kontakt mit den Badegästen das A und O und das, was seinen Beruf ausmache, was ihm auch besonderen Spaß bereite.

340 Badegäste als unglaubliche Masse

Vor einer Woche hat das „Schlossi“ sein Freibad geöffnet. Aufgrund des eher mäßigen Wetters und der Tatsache, dass Koch Frühschicht hatte, hat er noch nicht mit viel Publikum zu tun in diesem Jahr. Dass am vergangenen Freitag 340 Gäste das Bad besucht hatten, war sein persönliches Highlight. 340 in einem großen Freibad wie in Sebaldsbrück seien zwar nicht viel, aber er habe es „als unglaubliche Masse“ empfunden, sagt er.

Dankbar für einen Schnack am Beckenrand

„Die Leute sind so dankbar, dass sie endlich wieder schwimmen können und ein Stückchen Normalität zurückbekommen. Oft auch einfach nur über einen Schnack am Beckenrand“, stellt Koch fest. Das gilt für ihn genauso. Vorbei die Monate der Kurzarbeit und auch die Zeit, in der er nur selten die Kollegen sah. Wenngleich Koch die Umstellung in den ersten Tagen nicht leicht fiel. „Man kann sich an viel Freizeit besser gewöhnen als umgekehrt“, bemerkt er mit einem Schmunzeln, während einer der Jungen vom Sprungturm gerade enttäuscht vor dem geschlossenen Imbiss neben dem Freibadeingang abdreht.

Guter Sommer schlecht für die Figur

„Bei nur zwölf angemeldeten Badegästen an diesem Tag wird der natürlich nicht geöffnet“, sagt Koch und man spürt auch bei ihm Bedauern darüber.
„Zum Freibad gehören doch Pommes, Bratwurst und ein Eis dazu. Das war für mich als Kind so und das hat sich auch als Schwimmmeister nicht verändert“, erzählt Koch.
Dass bei seinen jobbedingten Ernährunsggewohnheiten auch wieder Normalität einkehrt, hat ausnahmsweise nichts mit Corona zu tun, sondern ausschließlich mit dem Wetter. Und deswegen hofft der Schwimmmeister auf einen schönen langen Sommer. „Das wäre vielleicht nicht gut für die Figur, aber damit könnte ich leben“, sagt er und lacht.

Mehr Informationen zu den geöffneten Freibädern (Stadion, Schlosspark, Westbad, Blumenthal) unter bremer-baeder.de. Tickets nur im Vorverkauf.

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