Die Parteien werben aktuell auf den Plakaten in Bremen fleißig für ihre Kandidaten zur Bundestagswahl. Eine Abstimmung per Brief ist in Bremen bereits möglich. Dazu laufen die Vorbereitungen des Landeswahlamtes auf Hochtouren. Foto: Meyer
Bundestagswahl

Ansturm auf die Briefwahl

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Wie Bremen sich auf die Bundestagswahl im September vorbereitet.

Bremen steuert auf einen Rekord zu. „Wir rechnen mit etwa 60 bis 70 Prozent an Briefwählern“, prognostiziert Kreiswahlleiterin Carola Janssen in Hinblick auf die Bundestagswahl am 26. September. Bei der Bundestagswahl 2017 hatten etwa 30 Prozent der Bremer Wähler ihre Stimme per Brief abgeben. Doch wegen der Corona-Pandemie dürften jetzt mehr Menschen das Wahllokal meiden und ihre Kreuze zu Hause machen.

Insgesamt sind im Land Bremen jetzt 459.235 Menschen wahlberechtigt, darunter 22.342 Erstwähler. Von morgen an verschickt Landeswahlleiter Andreas Cors die Wahlbenachrichtigungen. Wer will, kann sich schon jetzt für die Briefwahl registrieren lassen mit einer E-Mail an briefwahl@statistik.bremen.de. Für alle anderen wird auf der Wahlbenachrichtigung ein Vordruck sowie ein QR-Code für einen Antrag über ein Online-Formular bereitgestellt. Die Wahlscheine für die Briefwahl werden bis zum 24. September um 18 Uhr angenommen.

Hohe Wahlbeteiligung erwartet

Insgesamt erwartet Janssen eine Wahlbeteiligung von 75 Prozent. 2017 hatte sie im Land Bremen bei 70,8 Prozent gelegen. In den Wahllokalen gelten wegen Corona besondere Regeln wie etwa: Abstand halten, Hygiene beachten und Maske tragen. Zudem soll jeder Wähler einen eigenen Stift mitbringen. Wenn zu viele Besucher gleichzeitig kommen, müssen einige zunächst vor dem Wahllokal warten. Dadurch könnte es zu Wartezeiten kommen, warnt der Landeswahlleiter Andreas Cors.

In diesem Jahr kann er auf schlagkräftige Hilfe zählen. Rund 4.550 freiwillige Helfer hat er gefunden. „Das sind deutlich mehr als bei den letzten Wahlen. Zudem haben wir noch 500 Reservekräfte im petto“, freut sich Cors. Bei der Bürgerschaftswahl 2019 hatten sich 3.800 Helfer gemeldet. Allein für die Briefwahl kann er nun auf 1.400 Freiwillige zurückgreifen.
Neu ist in diesem Jahr auch eine zusätzliche Hilfe für beeinträchtigte Personen. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen bietet eine Stimmzettelschablone an, mit deren Hilfe eigenständig gewählt werden kann. Zudem stellt der Landeswahlleiter Informations-CDs bereit, die er auf Anfrage verschickt.

Neue Standorte

Wer in welchem der insgesamt 348 Wahllokale seine Kreuze machen darf, steht in der Wahlbenachrichtigung. „Es gibt zur diesjährigen Wahl zahlreiche neue Standorte oder das Wahllokal befindet sich am gewohnten Standort in einem anderen Gebäudeteil. Die Wähler sollten dazu unbedingt die Angaben prüfen“, gibt Cors zu bedenken. Acht Wahllokale sind nicht barrierefrei, in diesem Fall können Beeinträchtigte sich auf Anfrage ein neues Wahllokal zuteilen lassen.

Wer bis einschließlich 26. August keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat, soll sich möglichst schnell das Wahlamt wenden. Und wer nicht ins Wählerverzeichnis aufgenommen wurde, aber glaubt, wahlberechtigt zu sein, der muss in der Woche vom 6. bis 10. September Einspruch einlegen.

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