Ab dem 1. Juli müssen Verbraucher in Bremen mehr für Erdgas bezahlen. Foto: Pixabay
Gaspreise

Hilfe bei steigendem Gaspreis

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Was Verbraucherzentrale und Energieversorger SWB jetzt raten.

Die Bremer Verbraucherzentrale ist stark gefragt, seit eine Erhöhung der Gaspreise ansteht. „Wir haben zum einen diejenigen, die vorbeugend aktiv werden wollen, zum anderen aber auch Menschen, die nicht wissen, wie sie eine hohe Energiekosten-Nachzahlung leisten sollen“, sagt Inse Ewen, Energieberaterin bei der Verbraucherzentrale.

Der Energieversorger SWB erhöht zum 1. Juli die Verbrauchspreise für Erdgas in allen Verträgen und in der Grundversorgung (WSER REPORT berichtete). Der Schritt sei nötig, weil sich auch die Beschaffung verteuert habe, sagt SWB-Sprecherin Angela Dittmer. Eine Kilowattstunde Erdgas kostet vom 1. Juli an 8,13 Cent statt wie bisher 6,79 Cent. Das entspricht einer Steigerung um rund 20 Prozent.

Zuschüsse

So muss zum Beispiel ein Haushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von etwa 18.000 Kilowattstunden künftig rund 20 Euro mehr zahlen – Monat für Monat. „Wer seine Abschlagsbeträge oder auch eine Nachzahlung nicht leisten kann, dem droht die Kündigung“, warnt Ewen. Häufig wüssten die Betroffenen aber auch nicht, welche Zuschüsse ihnen zustünden.

„Wir überprüfen in den Beratungen, ob zum Beispiel ein Wohngeldzuschuss möglich ist und versuchen alle Möglichkeiten auszuschöpfen“, sagt sie. Wichtig sei aber vor allem immer: „Nicht den Kopf in den Sand stecken und bitte alle Briefe öffnen.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Mit der Kampagne „Zappenduster“ und dem Runden Tisch „Energie- und Wassersperren vermeiden“, an dem 18 Institutionen beteiligt sind, soll zudem Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. „Man kann sich dort anonym informieren“, sagt SWB-Sprecherin Dittmer.

Wer für die Nachzahlung nicht genug Geld hat, dem rät Dittmer: „Melden Sie sich grundsätzlich.“ Denn unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, den Betrag in Raten abzustottern. „Da kommt es aber auch auf die Vorgeschichte des Kunden an“, sagt die SWB-Sprecherin. Auch die SWB bietet Beratungstermine zum Energiesparen an, sie müssen vorab online vereinbart werden: swb.de/termin.

Jahresabrechnung prüfen

Bei der Verbraucherzentrale können Bremer ihre neue Jahresabrechnung überprüfen lassen. Eng mit dem Rechnungsbetrag sind die zukünftigen monatlichen Abschläge verbunden. „Es gibt Fälle, in denen die Rechnung nicht korrekt ist“, sagt Ewen. Die Berater prüfen dann alles und schauen auch, was im Haushalt noch optimiert werden kann, um Kosten einzusparen. „In sehr kritischen Fällen können wir auch Hausbesuche machen“, sagt Ewen.

Neben der Gaspreiserhöhung kündigt die SWB auch an, den Strompreis zum 1. Juli zu senken. Begründet wird dies mit dem Wegfall der bundesweiten Umlage für erneuerbare Energien (EEG). Eine Kilowattstunde kostet dann im Basistarif 22,23 Cent statt zuvor 26,66 Cent. Zum Jahrenswechsel will SWB die Strompreise erneut überprüfen. Sie dürften dann wieder steigen.

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