Um die Versorgung sicherzustellen, betreibt SWB das Kohlekraftwerk in Hastedt mindestens noch bis 2023.Foto: Schlie
Kohlekraft

SWB setzt weiter auf Kohlekraft

Von
Wie der Energieanbieter die Versorgung bei einem Gasmangel sicherstellt

Der Bremer Energieanbieter SWB bereitet sich auf einen bundesweiten Gas-Notstand vor. „Ursprünglich wollten wir das Kohlekraftwerk am Standort Hastedt bis Mitte 2023 stilllegen“, erklärt SWB-Sprecher Friedhelm Behrens. „Doch wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es möglicherweise eine Gasmangellage gibt. Die Versorgungssicherheit hat höchste Priorität“, betont Behrens.

Jetzt soll das Kohlekraftwerk mindestens noch bis Ende 2023 laufen, auch ein Betrieb bis 2024 sei angedacht, sagt der SWB-Sprecher. Schon Anfang März habe SWB erwogen, den Block 15 länger als zunächst geplant in Betrieb zu lassen. „Momentan werden mit dem Kraftwerk in

Zweigleisig fahren

Hastedt 25.000 Haushalte sowie das Mercedes-Werk versorgt“, sagt Behrens.
Das Unternehmen hält trotzdem an der Fertigstellung des erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerks am Standort Hastedt fest, dass Ende des Jahres betriebsbereit sein soll. „Doch wir wissen nicht, wie sich die Versorgung mit Gas entwickelt, weswegen wir zweigleisig fahren und auch weiterhin auf Kohle setzen“, sagt Behrens.

Zusätzliche Kohlemengen für 2023 sind bereits in Teilen beschafft. „Man muss sich mit Steinkohle deutlich im Voraus eindecken, weswegen wir 2024 jetzt schon mitdenken. Wir werden weiter das Kohlekraftwerk betreiben, bis die Lage der Gasversorgung geklärt ist, und das kann noch länger dauern“, vermutet Behrens.

Preise steigen

Block 6 am Kraftwerksstandort Hafen kurzfristig wieder in Betrieb zu nehmen, sei keine Option, da dieses bereits in Teilen demontiert ist. Wenn das Gaskraftwerk zum Einsatz kommen kann, soll es mit der Fernwärme zusammen eine halbe Millionen Tonnen CO2 einsparen gegenüber der Kohlekraft.

Zum 1. Juli steigt der Erdgaspreis bei SWB um etwa 30 Prozent. „Ausschlaggebend sind hier eher die absoluten Preisangaben. Hier sind wir im Vergleich mit anderen Anbietern sehr günstig“, betont SWB-Sprecherin Angela Dittmer. „Wohin die Reise zum Jahreswechsel gehen wird, wissen wir noch nicht. Die Kundinnen und Kunden profitieren derzeit noch von den günstigen Beschaffungskosten vor der Phase des rasanten Anstiegs der Marktpreise im Sommer 2021.“

Strompreis sinkt

Hier zeige sich jetzt der Vorteil der langfristigen Einkaufsstrategie. „Der Effekt aus der Phase der hohen Beschaffungspreise wird die Kunden also zeitversetzt erreichen“, sagt Dittmer. Der Strompreis sinke dagegen um 4,4 Cent auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren...

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner