Pia Sattler ist die neue Co-Working-Space-Verantwortliche der Stadt Delmenhorst. Sie möchte „das Potenzial der Stadt Delmenhorst pushen und mutige Menschen fördern.“ Foto: Konczak
Politik

Die Personalie Pia Sattler

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Kritik am Bewerbungsverfahren beim Co-Working-Space

„Ich habe mich für die Anstellung bei der Stadt Delmenhorst entschieden, weil ich an das Potential dieser Stadt glaube und nichts unversucht lassen möchte, damit dieses gefördert und gepusht wird. Ich möchte es den mutigen Menschen leichter machen, mutig zu sein. Und ihnen die gleiche Unterstützung bieten, die mir zuteil wurde, als ich meinen Laden gegründet habe. Ich möchte etwas zurückgeben und noch mehr und Neues dazu beisteuern“, antwortet Pia Sattler auf die Frage des DELME REPORT, warum sie sich auf die Stelle als Verantwortliche für das „Co-Working-Space“-Projekt in Delmenhorst beworben habe.

SPD forderte mehr Transparenz

Die SPD-Fraktion hatte dieses Projekt seinerzeit als einen weiteren Baustein für die Entwicklung der Innenstadt auf den Weg gebracht. Nun kritisieren die Sozialdemokraten jedoch die Personalie Pia Sattler. „Uns stören die unerwarteten Auswirkungen auf die Delmenhorster Ratspolitik. Die Ratsfrau der Grünen hat ihr Mandant niedergelegt und wechselt in die Stadtverwaltung“, berichtet der Vorsitzende der Delmenhorster SPD, Lars Konukiwitz. Die Partei stört sich zudem an der Freundschaft von Sattler und der Oberbürgermeisterin Petra Gerlach. Konkret forderte die SPD in der vergangenen Woche von Gerlach „in dieser Angelegenheit Transparenz“. Dazu stellte sie der Oberbürgermeisterin über die Presse Fragen, ob die Stelle für das Projekt Co-Working-Space regulär ausgeschrieben wurde, wie diese Ausschreibung bekannt gemacht wurde, ob es mehrere Bewerber und Bewerberinnen gab und ob die Oberbürgermeisterin mittel- oder unmittelbar auf das Bewerbungsverfahren Einfluss genommen habe.

Ablauf der Stellenbesetzung

Aus dem Delmenhorster Rathaus heißt es dazu: „Am 17. Juni 2022 hat die Stadt Delmenhorst die Stelle extern und öffentlich über die üblichen Onlinekanäle ausgeschrieben. Es gingen insgesamt vier Bewerbungen ein, von denen zwei Bewerberinnen in die engere Wahl genommen und zu Auswahlgesprächen für den 21. Juli 2022 eingeladen wurden“, teilt Felix Frank, stellvertretender Pressesprecher der Stadt Delmenhorst mit. „Eine der eingeladenen Bewerberinnen hat ihre Bewerbung zurückgezogen. Mit Pia Sattler wurde ein strukturiertes Vorstellungsgespräch unter Beteiligung des Personalrats und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt geführt. Die Auswahlkommission entschied sich im Anschluss für Frau Sattler“, fügt Frank hinzu.

Oberbürgermeisterin Petra Gerlach weist Vorwürfe zurück

Die Oberbürgermeisterin zeigt sich überrascht von der Unterstellung, sie habe aufgrund von persönlichen Verbindungen Einfluss auf den Ausgang des Auswahlverfahrens genommen. „Es gehört zu meinem Selbstverständnis als Oberbürgermeisterin, die ihre Stadt voranbringen möchte, dass ich über gute Kontakte innerhalb der Stadt verfüge und durchaus auch mit vielen Menschen freundschaftlich zusammenarbeite“, so Gerlach. „Genauso selbstverständlich ist jedoch auch, dass diese Beziehungen keinerlei Einfluss auf den Verlauf eines Auswahlverfahrens nehmen, an denen ich persönlich im Übrigen ohnehin nur in sehr seltenen Fällen überhaupt beteiligt bin. Auch an der Auswahlentscheidung für diese konkrete Stellenbesetzung war ich nicht beteiligt,“ ergänzt Gerlach.

Beim Vorstand und der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen riefen die Diffamierungen der SPD ebenfalls Verwunderung hervor, zumal am Stellenbesetzungsverfahren auch Mitglieder der SPD beteiligt gewesen sein sollen. „Unsere ehemalige Ratsfrau hat ein reguläres Bewerbungsverfahren inklusive Vorstellungsgespräch durchlaufen. Dass sie sich am Ende durchsetzen konnte, liegt ausschließlich an ihrer beruflichen Vita und Qualifikation“, ist Nadja Allmers-Plump vom Vorstand der Delmenhorster Grünen überzeugt.

Statement von Pia Sattler

Bis Ende August diesen Jahres betrieb Pia Sattler den Laden „Freiraum Unverpackt“ an der Langen Straße. „Abseits der Stadt habe ich mich auch auf andere Stellen beworben und es sind direkt Firmen an mich herangetreten, die mich gerne einstellen wollten. Insgesamt lagen mir drei Stellenangebote vor, zwischen denen ich wählen konnte. Alle mit ähnlichem Einkommen. Die anderen beiden Verträge sogar unbefristet“, betont die Geschäftsfrau, die über zwei Studienabschlüsse und langjährige Erfahrung im Marketing und Vertrieb verfügt. Am Posten als Verantwortliche für das Co-Working-Space-Projekt habe sie die Herausforderung gereizt. „Ich möchte gemeinsam mit den Menschen und für die Menschen gestalten“, betont Sattler. Möglicherweise habe genau diese Motivation das Bewerbungskomitee im Delmenhorster Rathaus davon überzeugt, dass sie die richtige Kandidatin für den Job sei.

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