Bei Alena Rahel Rabenau (l.) lernten Fachkräfte aus Kitas in der Gemeinde Ganderkesee, wie man Samenblüten herstellt. Foto: Buntemeyer
Umweltschutz

Kinder machen es vor

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Klimaschutz-Aktionstag in Kitas am 19. April / RUZ bereitet Fachkräfte vor

Ein Tag ohne Strom? Wie geht das? Wie sieht eine klimaschonende Ernährung aus? Oder nachhaltiges Konsumverhalten? Seit 2012 trägt das Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen Fragen wie diese in die lokalen und regionalen Kindertagesstätten. Der „Klimaschutz-Aktionstag: Kinder machen es vor!“ dreht sich in diesem Jahr um das Thema „Insekten schützen – Biologische Vielfalt bewahren“ und findet am 19. April statt.

Weiterbildung im Zeichen des Klimaschutzes

Pädagogische Fachkräfte aus Kitas in der Gemeinde Ganderkesee, aber auch Fachpersonal aus Einrichtungen der Gemeinden Dötlingen, Lemwerder und der Stadt Twistringen waren dafür jetzt zu einer Fortbildung ins RUZ eingeladen. Dort bekamen sie neben einem Einstieg ins Thema auch jede Menge Anregungen und praktische Beispiele an die Hand, um den Klimaschutz-Aktionstag zu gestalten. „Das wirkt sich hoffentlich auch auf die Eltern aus“, sagt Jochen Westermann, Projektmitarbeiter von „REM kommunal“ – ein interkommunales Netzwerk unter dem Dach des RUZ, das Maßnahmen zum Energiesparen durchführt. Die Stadt Delmenhorst ist nicht beim Klimaschutz-Aktionstag dabei. Das habe sich bislang einfach nicht ergeben, so Westermann.

Die pädagogischen Fachkräfte nahmen ganz unterschiedliche Ideen mit in ihre Kindertagesstätten. Das Herstellen von Saatgutblüten für insektenfreundliche Pflanzen zählte ebenso dazu wie eine Malvorlage für Merkmale eines Insektes, Gartentiere-Memory, das Untersuchen von Leben auf Ästen, insektenfreundliche Elemente im Garten oder auch Infos zu den Lebensraumansprüchen der kleinen Nützlinge.

Verschiebung der Jahreszeiten

Dass der Klimawandel auch die Insektenwelt beeinflusst, weiß Sandra Bischoff, Biologin und externe Mitarbeiterin der Insektenschutzakademie „Insa“ beim RUZ. „Die Temperaturen haben Auswirkungen auf die Lebensräume“, so die Expertin. Seit den 1950er Jahren habe sich die Zahl der „heißen Tage“ (Tagesmaximum der Lufttemperatur mindestens 30 Grad) von etwa drei Tagen auf heute durchschnittlich neun Tage pro Jahr verdreifacht, wie Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen. Die mittlere Anzahl der Eistage (Tagesmaximum der Lufttemperatur unter 0 Grad) habe von 28 auf 19 abgenommen. Extremwetterereignisse würden häufiger auftreten. „Die Jahreszeiten verschieben sich. Der Winter ist kürzer, der Frühling beginnt früher“, so Bischoff. An verschiedenen Pflanzen und deren Veränderungen im heimischen Garten könne man das selbst erkennen. Der Vorfrühling etwa setzt ein, wenn die Hasel blüht, der Winter startet, wenn die Stil-Eiche ihr Laub verliert. Im Vollfrühling kommt die Apfelblüte zum Vorschein, im Frühsommer blüht der Holunder. Die sogenannten phänologischen Jahreszeiten sind abhängig von den Entwicklungen in der Natur. Verschieben sich diese, hat das wiederum Auswirkungen etwa auf das Raupenvorkommen. Meisen müssen weiter fliegen, um ihre Jungen füttern zu können. Im schlimmsten Fall drohe der Hungertod und das Erfrieren des Nachwuchses.

70 Prozent der Tierwelt machen die Insekten aus. „33.000 Arten sind uns bekannt. Aber man muss sie nicht alle kennen“, betont Bischoff. Wichtig sei, sich der Vielfalt bewusst zu sein und diese zu schützen. Und ein solches Bewusstsein kann schon von Kindesbeinen an geschaffen werden.
Mehr Infos zum Aktionstag gibt es hier.

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