Raumfahrt Weltraum OHB All Job Beruf Arbeit Stelle Ingenieur Bremen Die Reise von OHB geht nach oben – vielleicht bis zum Mond und weiter. Klaus Hofmann ist der Personalvorstand des Bremer Weltraum-Unternehmens. Foto: Marcus Schmidt
Interview

Asteroiden jagen und Klima schützen

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Personalchef der Raumfahrt-Firma OHB sucht Ingenieure auch aus militärischen Branchen

Weser Report: Herr Hofmann, wie viele Mitarbeitende haben Sie bei OHB – und wie geht es denen?

Klaus Hofmann: Wir haben rund 1.300 Mitarbeitende hier am Standort Bremen. Aus meiner Sicht geht es denen gut. Die Perspektiven für die OHB gerade hier in Bremen sind hervorragend. Von den Themen her, die wir bearbeiten, fehlt es auch nicht an wirklichen Kernbotschaften, die den Antrieb und die Motivation einer Belegschaft gut unterstützen und fördern. Denn unser Motto lautet: „Wir liefern komplexe Lösungen für die Fragen dieser Zeit.“

Welche Qualifikationen suchen Sie jetzt?

Wir sind hier ein Systemhaus. Das heißt, so wie unsere Belegschaft auch von einem 90-prozentigen Anteil von Ingenieurinnen und Ingenieuren geprägt ist, so sieht auch das Suchprofil aus. Das sind primär Ingenieurinnen und Ingenieure der Studienrichtungen Luft- und Raumfahrttechnik und Elektrotechnik. Auch Informatiker sind ein sehr gesuchtes Profil bei uns. Das liegt am Trend, immer mehr auch Cybersecurity gestützte und verteidigungspolitische Anwendungen in unseren Produkten abbilden zu müssen.

Wo finden Sie die in Bremen? Gibt es überhaupt genug?

Bremen als Region und als Produzent – wenn man die Hochschul-Landschaft anguckt – ist natürlich jetzt nicht die primäre Quelle. Das muss man leider sagen. Die reine Produktionsrate deutscher Universitäten ist durch eine kleine Zahl von Studiengängen und Lehrstühlen, die Luft und Raumfahrttechnik lehren, überschaubar. Das führt dazu, dass wir auch zusätzlich flankierend Ingenieurs-Qualifikation an Bord holen, die wir dann an das Raumfahrtgeschäft durch Qualifikation heranführen.

Das bedeutet, wir suchen bundesweit. Da gibt es schon einige Hotspots, die außerhalb von Bremen liegen. Das sind die Universitäten Aachen, Stuttgart und München. Doch Bremen ist durchaus ein attraktiver Standort. Die Stadt bietet einen guten Mix aus Urbanität und trotzdem noch auskömmlicher Mietbedingungen für junge Menschen im Vergleich zu anderen Metropolregionen in Deutschland.

Nennen Sie bitte die drei Top-Projekte, mit denen Sie gerade am Himmel begeistern.

Wetter und Klima gehen immer. Unser Meteosat-Programm ist ein Kristallisationspunkt. Das wird auch flankiert durch unser CO2-Programm, mit dem wir Emissionsfragen lösen helfen. Dann ist die Bedrohung der Erde durch Asteroiden ein Thema. Das ist natürlich spannend, weil es auch die Sehnsuchtsseite in der Raumfahrtlandschaft sehr stark wecken kann.

Und das muss man einfach auch erwähnen: Wir haben gerade dramatische Verschiebungen in der sicherheitspolitischen Herausforderung. Das ist natürlich auch ein Thema, was bei uns dann den Cluster von Ingenieurinnen und Ingenieuren anspricht, die bisher in der klassischen Verteidigungsindustrie unterwegs sind. Hier können wir natürlich einen sehr interessanten Mix von Applikationen bieten, anders als sonstige militärische Systeme ihn haben.

Haben sie schon die Veränderungen finanzieller Art eingerechnet, die jetzt kommen könnten? Mit Milliarden für Europa, Infrastruktur und Verteidigung?

Wir spekulieren natürlich ganz klar darauf, dass wir daran partizipieren können und es natürlich auch wollen.

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