swb hat im vergangenen Jahr wieder mehr Energie- und Wassersperren verhängt. Man befinde sich wieder auf "Vorkrisenniveau". Foto: pixabay swb hat im vergangenen Jahr wieder mehr Energie- und Wassersperren verhängt. Man befinde sich wieder auf "Vorkrisenniveau". Foto: pixabay
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Zahl der Energie- und Wassersperren gestiegen

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Wieder auf Vorkrisenniveau: swb verhängt 2.337 Sperren im Land Bremen

Im vergangenen Jahr hat swb in 2.337 Fällen im Land Bremen Kundinnen und Kunden Strom, Gas oder Wasser abgestellt – 1.796 davon in der Stadt Bremen, 541 Bremerhaven.

Generell ergreift swb diesen Schritt, wenn Kundinnen und Kunden ihre Abschläge über längere Zeit nicht bezahlt haben. Nachdem es im Stadtgebiet 2023 zu 1.014 Sperren und 2024 zu weiteren Sperren kam, setzt sich die Steigerung seit dem Ende der Corona-Pandemie fort.

Vebraucherzentrale hatte mit Anstieg gerechnet

„Wir haben diesen Anstieg in gewisser Weise erwartet“, erklärt Marcus Wewer von der Verbraucherzentrale Bremen. Damit sei man wieder auf dem Vorkrisenniveau angekommen, hebt Wewer hervor. Für 2026 rechnet er mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen. Besorgniserregend sei laut Wewer zudem die durchschnittliche Energieschuld der Personen, die sich bei der Verbraucherzentrale beraten lassen: im Schnitt 3.450 Euro.

„Wir nehmen diese Zahl sehr ernst“, hebt Helmer Janßen, Bereichsleiter bei swb Vertrieb, hervor. Wie sich diese teils horrenden Schulden bei swb zusammensetzen, sei jedoch individuell, erklärt Wewer. Der Verbraucherschützer rät Kundinnen und Kunden, ihre Zählerstände immer selbst abzulesen und nie zu schätzen. So könnten sich Schulden, die sich ohne Wissen der Kundinnen und Kunden anhäufen, in erster Instanz vermeiden lassen. Zudem warnt Wewer vor zu niedrigen monatlichen Abschlagszahlungen.

swb will in Zukunft besser aufklären

In Zukunft will die swb besser auf Kundinnen und Kunden zugehen, die von Energie- und Wassersperren bedroht sind. „Wir haben unseren Informationsbrief, wenn eine Sperre im Raum steht, deutlich verbessert“, meint Janßen. Statt in vier Sprachen werde nun in elf über den Sachverhalt aufgeklärt – dazu soll künftig auch „einfache Sprache“ gehören. Ziel sei es, so mehr Menschen zu erreichen.

Zudem soll künftig eine Einwilligungserklärung der ersten Androhung im Sperrprozess beiliegen. Willigen die Kundinnen und Kunden ein, gibt die swb die Daten direkt an das Amt für Soziale Dienste weiter. So sollen weitere Schritte, um eine Sperre zu verhindern, für die Betroffenen einfacher werden.

„Außerdem raten wir jedem: kommt in die offene Sprechstunde oder macht euch einen Termin bei der Verbraucherzentrale“, so Wewer. Dass die Ankündigung einer Sperrung zunächst einen Schock auslösen könne, sei normal. Wichtig sei, sich dann umgehend Hilfe zu suchen. Häufig könnten Sperren auch noch kurzfristig verhindert werden.

Mehr Informationen für Betroffene unter zappenduster-bremen.de

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