In Polizeikreisen ist man alarmiert: Präsident Müller denkt angeblich darüber nach, die Reviere in den Stadtteilen aufzugeben. Foto: WR Das Revier in Woltmershausen wird auch künftig zwei Stunden täglich geöffnet sein, Anzeigen werden nur noch in Ausnahmefällen aufgenommen. Foto: av
Woltmershausen

Woltmershausen: Konzentration in allen Bereichen

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Ab Ende des Monats hat Woltmershausen nur noch einen KOP – eine Übergangslösung bis Herbst 2018 muss noch gefunden werden. Indes sollen am Revier künftig Anzeigen nur noch in Ausnahmefällen aufgenommen werden.

Mit der so genannten „Polizeireform 2600“ sollen Bremens Polizeikräfte effektiver eingesetzt werden können. Damit mehr Beamte auf die Straßen können, müssen auch an den Revieren Umstrukturierungen vorgenommen werden – so auch in Woltmershausen.

Die konkreten Pläne für das Revier stellten Rainer Zottmann, Leiter der Schutzpolizei, Derk Dreyer, neuer Stationsleiter des Abschnitts Mitte/Süd und Werner Oltmann, Leiter des Reviers in Woltmershausen, dem Beirat jüngst vor.

Ab Ende Mai nur noch ein KOP

Für Woltmershausen gilt in Zukunft: Das Revier wird an zwei Stunden täglich geöffnet haben, stationiert werden sollen dort ein Verkehrssachbearbeiter sowie drei Kontaktpolizisten (KOPs).

Doch genau diese stellen die Polizei vor weitere Probleme: Ab Ende des Monats geht im Stadtteil nur noch ein KOP auf Streife, die beiden anderen in den Ruhestand. Nachbesetzt werden können die Stellen erst im Herbst 2018.

Anzeigen in der Neustadt aufnehmen

„Wir garantieren, dass dann wieder drei KOPs zur Verfügung stehen“, so Zottmann. Oltmann wies darauf hin, dass man wenigstens eine temporäre Lösung für dieses Problem finden müsse. „Wir können versuchen, mit einem Provisorium Löcher zu stopfen und aus einem anderen Bereich einen Kollegen zeitweise abziehen, damit es nicht zu einem Komplettausfall kommt“, so Dreyer.

Während der Öffnungszeiten des Reviers, die als feste Sprechzeiten gestaltet werden könnten, sollen allerdings nicht mehr vornehmlich Anzeigen erstattet werden. „Die Anzeigenaufnahme muss ebenfalls effizienter werden.

Deshalb konzentrieren wir sie an den Standorten, wo auch vorher schon die meisten Anzeigen aufgegeben wurden“, erklärte Dreyer. Man habe Nachfragezeiten ausgewertet. Für den Bremer Süden bedeutet dies, dass Anzeigen nur noch in der Neustadt erstattet werden können.

Onlinewache vermehrt nutzen

Zusätzlich stehe die neue Onlinewache jedem zur Verfügung, der etwa einen Fahrraddiebstahl melden wolle. „Die KOPs fehlen auf der Straße, wenn sie diese Aufgaben am Revier erfüllen sollen“, zudem würden derzeit rund drei Viertel aller Anzeigen von Streifenwagenbesatzungen aufgenommen werden, wie Dreyer erklärte.

Am Revier in Woltmershausen sollte auf Nachfrage von Anja Schiemann (SPD) nur noch in Ausnahmefällen eine Anzeigenaufnahme möglich sein.

Streifenwagen wird in der Neustadt stationiert

Ebenfalls neu in Woltmershausen: Der Streifenwagen des Reviers wird künftig in der Neustadt stationiert. „So können mehr Streifenwagen für den ganzen Bremer Süden besetzt werden, um im 110-Einsatz schneller zu sein“, so Zottmann.

Ein Streifenwagen wird jeweils von zwei Beamten besetzt, fällt ein Kollege an einem kleinen Standort aus, steht der Wagen für den Einsatzdienst nicht mehr zur Verfügung. An großen Revieren könne ein personeller Ausfall sofort kompensiert werden, der Wagen also wieder auf die Straße, so der Schutzpolizeileiter weiter.

Revierleiter mit Reform nicht zufrieden

Insgesamt seien im Bremer Süden auch in Zukunft die gleiche Zahl Beamter im Einsatz.

Oltmann gab indes zu, dass die Revierleiter in Bremen die Reform nicht als Ideallösung sehen. „Die Personalsituation lässt aber nichts anderes zu, es fällt uns zwar schwer, aber wir tragen die Reform mit“.

Die Beiratsmitglieder verständigten sich darauf, gemeinsam mit den Beiräten Seehausen und Strom zeitnah einen Beschluss zu dem Thema zu formulieren.

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