Kinderkrippen: Eltern und Erzieher mit schlechtem Gewissen

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Ab wann gehören Kinder in die Krippe? Foto: Konczak

Wissenschaftler befragen Delmenhorster Erzieher zu ihren Gefühlen zum Thema „Kinderkrippe“. Kleinkinder in eine Krippe abzugeben erzeugt bei vielen ein schlechtes Gewissen.

Anna Stumpe und Emilia Puziak vom Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung haben in den vergangenen Monaten Interviews mit Erzieherinnen und Eltern durchgeführt, um Erkenntnisse über ihre innere Einstellung zum Thema „Kinderkrippe“ zu erlangen.

„Hinsichtlich der Frage, ob Kinder bereits im ersten Lebensjahr in die Krippe gehören, sind die Gemüter ganz klar gespalten“, sagt Anna Stumpe. „Die einen sagen, die Kinder gehören ganz klar nach Hause in die Obhut ihrer Mütter, die andere Gruppe meint, wenn Faktoren wie Geborgenheit und Sicherheit gegeben seien, sei es unerheblich, wer die Kinder im ersten Lebensjahr betreut.“

Gezeigt habe sich, dass sich viele Eltern, aber auch Erzieherinnen, die selbst Mütter sind, in einem Zwiespalt befinden und ein schlechtes Gewissen hätten, ihre Kleinkinder in die Krippe abzugeben.

Die stabile Beziehung zur Erzieherin spielt eine wichtige Rolle

Ganz anders sieht es für Kinder ab dem dritten Lebensjahr aus. „Die Mehrheit sagt, dass die Kinder in Vorbereitung auf die Welt in eine Fremdbetreuung gehören“, erläutert Stumpe. Allerdings spiele auch hierbei die stabile Beziehung zur Erzieherin, Geborgenheit und Sicherheit eine wichtige Rolle. 


Endgültig ausgewertet sein, soll die Umfrage am 9 Juli – am Vorabend des Kita-Festes auf dem Rathausplatz. Die Ergebnisse werden ab 18.30 Uhr in der Markthalle präsentiert.

Erkenntnisse sind grundlegend für die Arbeit im Ministerium für Soziales

Die Verantwortlichen hoffen, dass die Erkenntnisse aus dem Delmenhorster Forschungsprojekt künftig auch die Arbeit im niedersächsischen Ministerium für Soziales und im Bundessozialministerium grundlegend beeinflussen wird.

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