Ralph Saxe und Kai-Lena Wargalla wollen mehr als nur Spielplätze in Bremen. Foto: Schlie Ralph Saxe und Kai-Lena Wargalla wollen mehr als nur Spielplätze in Bremen. Foto: Schlie
Zukunftsvision

Grüne Vorsitzende: Bremen soll Kinderstadt werden

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Stadtplanung orientiert sich meistens am Auto fahrenden Erwachsenen, sagt der Landesvorstand der Grünen. Die Bedürfnisse der Bremer Kinder müssten zurückstehen. Das wollen sie jetzt ändern.

Am Anfang gab es nur ein Gedankenspiel von der  Grünen Landesvorsitzenden Kai-Lena Wargalla auf Twitter: „Wie sähe Bremen wohl aus, wenn wir die ganze Stadt für Kinder entwerfen würden?“, hat sie ihre Follower gefragt. Und viele Antworten bekommen: Mehr Baumhäuser, mehr Turnhallen, weniger Schornsteine und Erdbeereis auf Lebenszeit – so die Wünsche der Kinder.

Was als Gedankenspiel begann, will Wargalla jetzt politisch umsetzen – zumindest in Teilen. Dazu hat sie sich ihren Vorstandskollegen und verkehrspolitischen Sprecher, Ralph Saxe, mit ins Boot geholt. „Kinder brauchen sichere Freiräume in denen sie sich bewegen und spielen können“, sagen die beiden Grünen. Spielplätze seien – wenn sie in Ordnung sind – einer davon. „Wir dürfen sie aber nicht zu Reservaten machen“, sagt Saxe.

Temporäre Spielstraßen für ein gutes Nachbarschaftsgefühl

Auch Bremens Straßen müssten sicherer gemacht werden. „Radwege sind viel zu schmal oder fehlerhaft“, so Wargalla. Breitere Fahrradwege oder ganze Fahrradstraßen wären eine Lösung. Auch die Straßennutzung könnte man kindgerechter gestalten, erklärt Saxe. „Stadtplanung geht noch immer eher von den Bedürfnissen des Auto fahrenden Erwachsenen aus, als von denen der Kinder.“

Deswegen will er mehr verkehrsberuhigte Bereiche schaffen oder temporäre Spielstraßen einführen.  Eine solche hat er als Pilotprojekt bereits in Schwachhausen umgesetzt. Dort ist in Absprache mit den Anwohnern die Straße drei Stunden in der Woche für Autos gesperrt worden. So sei ein völlig neues Nachbarschaftsgefühl entstanden.

Ob die Vision Zukunft werden kann, liege am politischen Willen und auch der Bereitschaft, Einschränkungen in Kauf zu nehmen, sagen sie. Aber es würde sich lohnen: „Weil Bremen so eine gesündere Stadt wäre.“

Bausenator, SPD und CDU: Das sagen die Anderen

Der grüne Bausenator Joachim Lohse unterstütze laut seinem Sprecher Jens Tittmann die Idee einer kindgerechteren Stadt. Vieles habe man bereits mit dem familienfreundlichen Verkehrskonzept und der Stärkung des Umweltverbundes umgesetzt.

Heike Sprehe, die verkehrspolitische Sprecherin der SPD, sieht das Konzept kritisch: „Das sind schöne Luftschlösser, die müssen aber finanzierbar sein“. Sie halte die Ideen für realitätsfern. Auch der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Heiko Strohmann, ist skeptisch: „Das sind gute Ideen, die müssen aber umgesetzt werden. Das ist in der Vergangenheit oft nicht geschehen.“

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