Das Schiebetor am Kito in der Alten Hafenstraße in Vegesack könnte durch ein Stemmtor ersetzt werden. Foto: Deichverband Das Schiebetor am Kito in der Alten Hafenstraße in Vegesack könnte durch ein Stemmtor ersetzt werden. Visualisierung: Deichverband
Vegesack

Hochwasserschutz mit Stadtbild vereinen

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Nachdem der Beirat Vegesack im Februar an einem ersten Hochwasserschutz-Konzept Kritik geübt hatte, sollen nun Varianten mit den Bürgern erarbeitet werden.

„Mit den Auswirkungen einer Entscheidung über den Hochwasserschutz im Stadtteil müssen wir Jahrzehnte lang leben“, betonte Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus, Kultur und Wirtschaft. Aus diesem Grund werde auch noch keine Entscheidung getroffen, ohne nicht alle Varianten gesehen und geprüft zu haben, so Dornstedt weiter.

In einem ersten Konzept waren dem Beirat im Februar Hochwasserschutzmaßnahmen vorgestellt worden. Das Ingenieurbüro Inros Lackner hatte dieses im Auftrage des Deichverbands rechts der Weser erarbeitet. In der damaligen Sitzung hatten sowohl Beiratsmitglieder als auch Siegfried Hafke, Stadtplaner beim Bauamt Bremen-Nord, Kritik an einigen Lösungsvorschlägen geäußert.

Bild der historischen Altstadt erhalten

So sei es unter anderem wichtig, Sichtbeziehungen zu erhalten und den Hochwasserschutz in das Stadtbild Vegesacks mit seiner historischen Altstadt zu integrieren. Auch die Barrierefreiheit sei unter Umständen nicht mehr gegeben, wenn beispielsweise Spundwände versetzt und Deichscharte, wie hinter dem Kiosk am Fähranleger, geschlossen würden, so Hafke.

„In der Zwischenzeit konnten wir mit der Stadtplanung zusammen die Hotspots der Planung besprechen“, so Wilfried Döscher, Geschäftsführer des Deichverbands rechts der Weser. Denn dass es einen neuen, höheren Hochwasserschutz geben werde, stehe außer Frage, bestätigte auch Ortsamtsleiter Dornstedt. „Vegesack ist ein kleiner Teil einer großen Lösung“, spielte er auf den „Generalplan Küstenschutz“ an.

Um ein Bild von der Verbindung gestalterischer und schützender Maßnahmen zu haben, hatte der Ausschuss Sabine Rabe, Landschaftsarchitektin vom Studio Urbane Landschaft Hamburg eingeladen. Sie zeigte unterschiedliche Möglichkeiten und Varianten aus anderen Städten: So könnten Sitzgelegenheiten in Deiche und Mauern integriert sowie Fensteröffnungen in die Spundwände eingesetzt werden. Fraglich sei aber für die Finanzierung immer, wo Schutz beginne und Gestaltung ende, so Rabe.

Mobiler Hochwasserschutz in Vegesack kaum denkbar

Die Hoffnung einiger Ausschussmitglieder, im Fall der Fälle mit mobilen Bauten arbeiten zu können, dämpften Döscher und Rabe jedoch. „Auch mobile Bauten erfordern Eingriffe in Bauwerke und  sind keine schnelle und günstige Lösung,“ so Rabe. Vor allem im Bereich des Museumshafens, am Kunstwerk „Reckers Familie“, würden zwei geplante weitere Stufen die Figuren verdecken. Dort hatte man auf eine mobile Lösung gehofft.

Der technische Hochwasserschutz für die rund 1,2 Kilometer lange Strecke wird zu 70 Prozent vom Bund, zu 30 Prozent vom Land finanziert. Für die Ausarbeitung des Konzepts sehen die Ausschussmitglieder eine Beteiligung der Öffentlichkeit vor: So können Anwohner und Interessierte auf der Homepage des Vegesacker Ortsamts die Darstellungen sehen. Am 25. April befasst sich der Ausschuss ein weiteres Mal öffentlich mit den bisherigen Planungen und erarbeiteten Lösungen.

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