Rettungswagen im Einsatz / Symbolfoto Die Zahl der Anrufe in der Rettungsleitstelle Bremen steigt kontinuierlich. Nicht immer handelt es sich um Notfälle. Symbolfoto: WR
Notrufe

Rettungskräfte rücken immer häufiger aus

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Die Zahl der Notrufe ist in Bremen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Doch nicht immer ist es ein Notfall, zu dem Rettungskräfte gerufen werden. Teils kuriose Anrufe erreichen die Rettungsleitstelle.

Hilfe erhalten, wenn sie nötig ist: Das ist der Sinn eines Notrufs. Doch immer häufiger wird die 112 auch gewählt, wenn kein Notfall im eigentlichen Sinne vorliegt. „Die Schwelle, den Notruf 112 zu wählen, sinkt immer weiter ab“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Richartz. Bei der Feuerwehr stelle man fest, dass die Zahl der Notrufe in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist – nicht immer lagen auch Notfälle vor.

2015 sind laut Richartz in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle mehr als 150.000 Notrufe bearbeitet worden.  Diese haben zu insgesamt 79.000 Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätzen geführt.

Kuriose Anrufe erreichen die Rettungsleitstelle

„Im Feuerwehrbereich sind die Anrufer- und Einsatzzahlen über Jahre hinweg weitestgehend konstant. Im Rettungsdienstbereich haben wir jährliche Einsatzzahlensteigerungen von mehr als sechs Prozent zu verkraften“, so der Sprecher weiter. Ein Bremen-Norder rief kürzlich sogar die Notrufnummer an, um eine korrekte Zeitangabe zu erhalten. Er wolle seine Uhr richtig stellen.

Anrufe dieser Art haben noch keine großen Folgen für die Einsatzkräfte – und andere, die ihre Hilfe brauchen. Viele Fragen könne man gleich am Telefon klären.  Es gebe jedoch auch Anrufe von Menschen, die beispielsweise einen seit mehreren Wochen bestehenden Schmerz im Fuß behandelt wissen wollen und lange auf einen Arzttermin warten müssen, wie eine Notärztin verrät.

Rettungskräfte werden für Einsätze gebunden

„Führen diese Anrufe zum Auslösen eines Rettungsdiensteinsatzes, ist zumindest bis zum Zeitpunkt der Freimeldung der jeweilige Rettungswagen für weitere Notfälle blockiert. Im Einsatzalltag führt das regelmäßig zu einer Mangelverwaltung“ sagt Richartz. Strafbar sei allerdings nur der Notrufmissbrauch, so der Sprecher weiter.

Für Fälle, in denen der Betroffene sich selbst helfen und fortbewegen kann, bietet die Kassenärztliche Vereinigung auch in Bremen-Nord einen Ärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der ärztlichen Sprechstunden am Klinikum-Nord (Hammersbecker Straße 228) an. Infos: www.kvhb.de/­bereitschaftsdienst

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