Das Werk „Last Letter“ wird ist der Ausstellung „Incidents – Zwischenfälle“ in der Kulturambullanz Foto: pv Ein Werk aus der Ausstellung „Incidents – Zwischenfälle“
Kulturambulanz

Künstlerblicken auf fünf Jahre nach Fukushima

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Wie gehen Menschen mit der Katastrophe in Fukushima um? Diese und andere Fragen beantworteten Künstler mit ihren Werken. Das Ergebnis ist aktuell unter dem Titel „Incidents – Zwischenfälle“ der Kulturambulanz zu sehen.

„Wir wollen gleichzeitig erinnern und ein Forum für die aktuellen Herausforderungen schaffen“, sagt Achim Tischer, Leiter der Kulturambulanz, über die Ausstellung „Incidents – Zwischenfälle“.

Im Fokus steht die Situation der Menschen heute, insbesondere die Ausgrenzung der „Strahlenflüchtlinge“.

Fukushima als Ort und als Symbol

15 Künstler aus Japan und Deutschland zeigen in ihren Arbeiten ganz persönliche künstlerische Sichtweisen auf Fukushima als Ort und als Symbol. In der Ausstellung werden Installationen, Skulpturen, Objekte, Fotos, Videos und Malerei gezeigt.

„Die Werke laden zum Innehalten ein, sind Meditationen über den Umgang mit Katastrophen wie in Fukushima und Tschernobyl und über Leben und Tod“, so Stefanie Beckröge von der Kulturambulanz.

Weitere Künstler, Wissenschaftler, Ärzte und Umweltaktivisten beteiligen sich an dem Begleitprogramm mit Vorträgen, Konzerten, Lesungen, Künstlergesprächen, Themenführungen und Zeremonien.

Vortrag: „Die nukleare Kette“

Eine  Veranstaltung für die kommende Woche geplant. Dr. Inga Blum hält den Vortrag „Die nukleare Kette. Von Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl bis Fukushima“.

In ihrem Vortrag thematisiert die Hamburger Neurologin und Vorstandsmitglied der Vereinigung „Internationaler Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung“ (IPPNW) die verschiedenen Prozesse und Zwischenschritte bei der Verarbeitung von Uran, die von Atombefürwortern oft als „Atomarer Kreislauf“ bezeichnet werden.

Nach Ansicht der IPPNW aber handelt es sich hierbei mitnichten um einen Kreislauf, sondern vielmehr um eine Sackgasse, die beim Rohstoff Uran beginnt und beim Atommüll endet. Der IPPNW spricht daher lieber von der „Nuklearen Kette“.

Irreparable Schäden für Umwelt und Gesundheit

„Jedes Glied dieser Kette, vom Uranbergbau über den Transport von „Yellow Cake“, die zivile Nutzung der Atomenergie, die militärische Nutzung von Atomwaffen, die Wiederaufarbeitung ausgebrannter Brennstäbe bis hin zur Lagerung von Atommüll, fügt Umwelt und menschlicher Gesundheit irreparable Schäden zu“ sagt Dr. Inga Blum.

Millionen Menschen litten weltweit unter den Folgen der zivilen und der militärischen Atomindustrie, die sich im Rahmen der Nuklearen Kette als zwei Seiten derselben Medaille darstelle.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 21. April, ab 19 Uhr in der Kulturambulanz im Haus im Park statt. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

„Incidents – Zwischenfälle“ ist ab sofort in der Galerie im Park am Klinikum Bremen-Ost zu sehen. Dort werden die Werke noch bis zum 19. Juni ausgestellt.

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