Werner Garbas verwahrt im Stadtarchiv im Wasserturmanbau sowie im City-Center Bestände mit einem Umfang von rund einem Regalkilometer. Foto: Lürssen Werner Garbas verwahrt im Stadtarchiv im Wasserturmanbau sowie im City-Center Bestände mit einem Umfang von rund einem Regalkilometer. Foto: Lürssen
Stadtarchiv

Werner Garbas ist Stadtgeschichte in Person

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Seit knapp 35 Jahren, genauer seit Dezember 1981, bewahrt Stadtarchivar Werner Garbas das Wissen über Delmenhorst und macht es gleichzeitig der Öffentlichkeit zugänglich. Mitte April ist damit allerdings Schluss.

Werner Garbas liebt die Geschichte und Geschichten von und über Delmenhorst. Mit strahlenden Augen erinnert er sich beispielsweise an ein Zusammentreffen mit Caio Koch-Weser im Jahr 2003, als der Enkel des früheren  Delmenhorster Bürgermeisters (1901 bis 1909) Erich Koch-Weser anlässlich der Feierlichkeiten zur hundertjährigen Kreisfreiheit der Stadt anreiste.

Bis heute lebhaft im Gedächtnis geblieben sind ihm auch die Treffen mit Nachkommen von früheren jüdischen Bewohnern oder ehemaligen osteuropäischen Zwangsarbeitern im Jahr 2001. „Das war im Zusammenhang mit den Ausgleichszahlungen, für die sie Bescheinigungen benötigten. Zehn der ehemaligen Zwangsarbeiter besuchten zusammen mit ihren Angehörigen für eine Woche Delmenhorst und wurden von mir betreut. Das war ein Highlight“, erinnert sich Werner Garbas.

Viele Regalmeter Dokumente, Pläne, Akten, Fotografien, Plakate sowie Film- und Tonaufzeichnungen

Die Arbeit als Archivar war für ihn immer mehr als eine rein konversatorische Aufgabe. Dank seines Engagements kann man der Stadtgeschichte nicht nur in Dokumenten, Karten, Plakaten, Fotografien sowie Film- und Tonaufzeichnungen im Archiv, das sich im ehemaligen Feuerwehrhaus am Rathaus befindet, nachspüren.

Er öffnete die Räume für alle Interessenten. Und davon gibt es eine ganze Menge. Schülergruppen, Studenten und Heimatforscher besuchen ihn.

An zahlreichen völlig unterschiedlichen Bücher, Bildbänden und Ausstellungen hat Werner Garbas mitgewirkt

Auch an zahlreichen Büchern, Bildbänden und der Stadtchronik sowie Ausstellungen hat Werner Garbas mitgewirkt. Hierbei interessierte den gebürtigen Delmenhorster ungemein der Wandel im Stadtbild. Gerne stellte er historische Aufnahmen aktuellen Fotografien gegenüber.

1981 war Werner Garbas aus beruflichen Gründen nach Delmenhorst zurückgekehrt, wo er 1953 geboren wurde und 1972 sein Abitur am Max-Planck-Gymnasium machte. Dem Abi schlossen sich Wehrdienst sowie Lehr- und Arbeitsjahre in Marburg und beim Staatsarchiv in Bremen an.

Werner Garbas hat immer gerne, trotz der beengten Platzverhältnisse, im Stadtarchiv gearbeitet. Mitte April soll damit trotzdem Schluss sein. Der 62-Jährige freut sich auf seinen Ruhestand. Dann will er viel mit seiner Ehefrau  reisen und nebenbei als freier Autor arbeiten.

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