Am 1. März 2013 nahm die Integrierte Regionalleitstelle in Bremerhaven ihren Betrieb auf. Der Osterholzer Kreisdezernent Richard Eckermann (links) gab gemeinsam mit Cuxhavens Landrat Kai-Uwe Bielefeld und Bremerhavens Feuerwehrchef Jens Cordes (von links) den offiziellen Startschuss. Archivfoto: Möller Am 1. März 2013 nahm die Integrierte Regionalleitstelle in Bremerhaven ihren Betrieb auf. Der Osterholzer Kreisdezernent Richard Eckermann (links) gab gemeinsam mit Cuxhavens Landrat Kai-Uwe Bielefeld und Bremerhavens Feuerwehrchef Jens Cordes (von links) den offiziellen Startschuss. Archivfoto: Möller
Notrufe in Osterholz

Oft wird aus Hilflosigkeit der Notruf gewählt

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Wann ist es gerechtfertigt, den Notruf „112“ zu wählen? Schließlich möchte niemand die Rettungskräfte mit einer Lappalie behelligen. Der Großteil der Osterholzer denkt ähnlich, doch es gibt auch andere Fälle.

Es gibt Regionen in Niedersachsen, da beklagen die Leitstellen einen regelrechten Missbrauch des Notrufs „112“. Wütende Bürger rufen dort an, um sich darüber zu beschweren, dass ihre Mülltonne nicht geleert worden oder der Bürgermeister nicht erreichbar sei, obwohl man ein wichtiges Dokument abzugeben habe. Und dann solle die Feuerwehr bitte ausrücken, weil in der Hofauffahrt ein Farbeimer ausgelaufen sei.

Im Landkreis Osterholz schätzt man sich offenbar noch in einer glücklicheren Lage, da es derart extreme Fälle noch nicht gegeben habe. Der Großteil der Bürger weiß scheinbar um den schmalen Grat mit dem Notruf.

Notruf „ersetzt“ den Besuch beim Hausarzt

Jan Hinken ist Kreisbrandmeister und hat aus dem benachbarten Bremen schon so Einiges gehört: „Da soll es Fälle geben, wo Leute nicht auf einen Termin beim Hausarzt warten wollen und dann lieber den Rettungsdienst alarmieren, um schneller behandelt zu werden. Das hatten wir im Landkreis Osterholz zum Glück so noch nicht.“

Für das Einzugsgebiet des Landkreises Osterholz gab es im vergangenen Jahr insgesamt 16.000 Meldungen, die in der Integrierten Regionalleitstelle in Bremerhaven aufliefen. Davon ergaben sich bei 2.200 Anrufen keine direkten Einsätze. „Die Ursachen sind unterschiedlich, und diese Anrufe sind nicht automatisch als Lappalien zu werten“, sagt Marco Prietz, Sprecher der Kreisverwaltung.

Leitstelle hilft auch schon einmal mit klugen Ratschlägen

Es handele sich dabei um „versehentliche Hosentaschenanrufe“, aber auch um Weiterleitungen an andere Leitstellen und um Meldungen, die keinen Rettungseinsatz zur Folge haben müssten, „wo die Leitstelle aber dennoch mit einem klugen Ratschlag zur Seite stehen konnte.

Darunter waren jedoch auch ‚unnötige‘ Anrufe“, so Prietz. Insgesamt sei festzustellen, „dass im Landkreis Osterholz die Notrufe tatsächlich im weitaus überwiegenden Teil der Fälle notwendig sind“.

Kreisbrandmeister Jan Hinken führt „unnötige Notrufe“ häufig auch auf Hilflosigkeit zurück. „Die Menschen wissen in dem Moment womöglich nicht, wer ihnen helfen soll. Dann ist es mir, ehrlich gesagt, lieber, sie rufen einmal zu oft an.“

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