Polizeiwagen Symbolfoto:Archiv 40 Straftaten hatten einen rechtem Hintergrund. Symbolfoto: av
Straftaten

Gegenläufiger Trend bei rechten Straftaten

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Rechtsextreme Straftaten haben in Deutschland stark zugenommen: 13.846 Delikte wurden für 2015 registriert. Die hiesige Polizeiinspektion registriert für ihr Gebiet einen gegenläufigen Trend

In und um Delmenhorst verzeichnete die Polizeiinspektion 40 Straftaten mit rechtsextremen und ausländerfeindlichen Hintergrund. „Gewalttaten waren gar nicht darunter. Bei den Delikten handelte es sich unter anderem um Propaganda, das heißt die Verwendung von verbotenen Parolen oder Hakenkreuzen“, berichtet Melissa Oltmanns, von der Pressestelle der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch.

Bei zwölf der insgesamt 40 Straftaten ging es um Volksverhetzung. Hierzu zählten auch einige Postings in sozialen Netzwerken wie Facebook, in denen beispielsweise zu Straftaten aufgerufen wurde.

40 rechtsextreme und drei linksextreme Gewalttaten

„Bei den linksextremen Straftaten fiel der Anteil sogar von 13 im Jahr 2014 auf drei im vergangenen Jahr. Bei den 13 Taten handelte es sich allerdings um eine Serie von Farbschmierereien, die zehn Delikte umfasste. Die Täter konnten ermittelt werden und mussten ihre Schmierereien selber wieder entfernen“, teilt Oltmanns mit.

Wie überall im Bundesgebiet und vor allem auch in der benachbarten Hansestadt Bremen, sympathisieren auch in und um Delmenhorst Personen mit Terroristen oder verbotenen Parteien. „Im vergangenen Jahr gab es sechs solcher politisch motivierter Straftaten“, sagt Oltmanns.

Keine Gewalttaten

Anders als von bestimmten politischen Gruppierungen verbreitet, verzeichnet die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch auch bei den  Straftaten mit einer Beteiligung von Zuwanderern keine Spitzen. „Hierzu muss man wissen, dass wir erst seit November 2015 Straftaten durch Flüchtlinge gesondert vermerken“, sagt Oltmanns und fügt hinzu: „Genaue Zahlen liegen nicht vor. Bei den Straftaten handelte es sich um Delikte wie Ladendiebstahl und Urkundenfälschung. In den Flüchtlingsunterkünften kam es, sicher auch durch das enge Zusammenleben vieler Menschen, zu polizeilichen Einsätzen etwa wenn es um Körperverletzung ging.“

Die Polizei stelle jedoch fest, dass es in Teilen der deutschen Bevölkerung eine gefühlte Bedrohung durch Flüchtlinge beziehungsweise „dunkelhäutige Personen“ gebe. Die Polizei habe bislang keinen nennenswerten Anstieg der Kriminalität bei Sexualdelikten festgestellt. „Auch in den Flüchtlingsunterkünften gab es keine sexuellen Übergriffe sondern lediglich ‚Beleidigungen auf sexueller Grundlage‘“, sagt Oltmanns.

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