Bisher kann man durch Drücken der blauen „Brötchentaste“ einen Gratisparkschein für 20 Minuten anfordern. Foto: Lürssen Wer in der Delmenhorster Innenstadt die blaue Brötchentaste drückt, soll demnächst 60 Minuten kostenlos parken dürfen. Foto: Lürssen
70.000-Euro-Versuch

Mehrheit für eine Stunde Gratisparken in der City

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Autofahrer sollen demnächst bei einem Besuch der Delmenhorster Innenstadt 60 Minuten kostenlos parken dürfen. Dafür hat sich der Planungsausschuss des Stadtrates ausgesprochen und riskiert 70.000 Euro Einnahmeverluste.

Während die Vertreter von SPD, CDU und FDP für die testweise Verlängerung der Zeit für das Gratisparken stimmten, lehnten die Ausschussmitglieder von ProDelmos, Grünen, UAD und Piraten den  Versuch ab.  Dieser soll nach dem Willen der Antragsteller sechs Monate dauern.

Auch die Delmenhorster Stadtverwaltung hatte empfohlen, die kostenlose Parkzeit nicht auszuweiten. Grund: Sie befürchtet bei dem halbjährigen Experiment Einnahmeverluste in Höhe von mehr als 70.000 Euro.

Gleichzeitig sieht sie keine Möglichkeit, die erhoffte Attraktivitätssteigerung für die Innenstadt messen und bewerten zu können. Hinzu kommen Kosten für die Umrüstung der Parkautomaten Am Vorwerk und am Hans-Böckler-Platz.

Kleine Parteien üben scharfe Kritik am Gratisparken

„Ich freue mich, dass Wahlkampf ist. Da werden die unsinnigsten Vorschläge wieder aus den Schubladen geholt“, kommentierte Andreas Neugebauer den Antrag ironisch. Er wünsche sich mehr finanzielle Verantwortung von den großen Parteien, erklärte er.

Volker Wohnig (ProDelmos) rechnete vor, dass durch das Gratisparken für 60 Minuten am Ende weniger Parkplätze zur Verfügung stünden als bisher und die Stadt damit unattraktiver für Autofahrer würde. „Was wird denn attraktiver oder nachhaltiger? Das sind doch reine Sprechblasen und Worthülsen“, erklärte er.

Paul-Wilhelm Glöckner (Bürgerforum) warf den Befürwortern des Versuchs vor, ein Füllhorn ausschütten zu wollen. Die Brötchentaste in der bisherigen Form habe sich bewährt Der parteilose Henning Suhrkamp sprach sich dafür aus, die Innenstadt lieber für Radfahrer attraktiver zu machen, statt zusätzliche Autos anzulocken, die Abgase produzierten.

Gerhard Berger verteidigt den Vorschlag

Gerhard Berger (SPD) hielt im Sinne der Antragsteller dagegen. Da wo man kostenfrei in Innenstädte fahren könne, seien diese erfolgreich, so Berger. Der Beschluss muss noch von Verwaltungsausschuss (11. Mai) und Rat (22. Juni) bestätigt werden.

Nach dem Willen der Antragsteller soll der Versuch noch in diesem Jahr durchgeführt werden. Allerdings sind die Einnahmen aus den Parkgebühren im ohnehin chronisch unterfinanzierten Haushalt der Stadt fest eingeplant.

Brötchentaste in Delmenhorst verlängern?

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