Viertel Im Viertel gibt es einige Läden mit außergewöhnlichen Konzepten. Foto: Barth
Stadtteilserie

Was Einzelhändler Online-Shops entgegensetzen

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Mit ausgefallenen Ideen wollen Einzelhändler ein unvergessliches Shoppingerlebnis schaffen. Im zweiten Teil unserer Stadtteilserie sprechen wir mit Einzelhändlern und schauen auf ihre besonderen Geschäftsideen.

In den vergangenen Jahren hat der Einzelhandel starke Konkurrenz durch den Onlinehandel bekommen. Viele finden es bequemer sich die neuen Schuhe gemütlich vom Sofa aus zu bestellen.

„Der Handel muss sich immer wieder neu erfinden“, kommentiert Dr. Jan-Peter Halves von der Bremer Cityinitiative das veränderte Kaufverhalten. Die Händler dürften sich nicht nur auf das Verteilen der Ware konzentrieren, so Halves. „Man muss den Leuten Spaß am Shoppen vermitteln.“

Unvergessliches Einkaufserlebnis schaffen

Da spiele auch das Zwischenmenschliche und guter Service eine Rolle. Eine kompetente Beratung gehöre da natürlich ebenso dazu, wie ein kleiner Mehrwert für den Kunden. „Das kann zum Beispiel eine Tasse Kaffee während des Einkaufs sein“, erklärt Halves.

„Wesentlich ist, dass wir ein unvergessliches Einkaufserlebnis schaffen“, fährt er fort.  Der Einzelhandelsexperte nannte als Beispiel Karstadt mit einer Holzbrücke in der Outdoor-Abteilung. „Dort kann man den Wanderschuh fast wie in der Realität testen.“

Wein im Schuladen

Auch andere Geschäftsideen heben sich klar von normalen Läden ab. So kann man beim Schuhhaus Thomas Brand neben Schuhen auch Wein mit selbstgestalteten Etiketten kaufen.

„Wir sind aber kein Weinhandel, da fehlt uns die Expertise“, sagt Inhaber Thomas Brand. „Das ist eher ein Mitnahmeartikel, weil die Kunden es lustig finden.“ Die Idee sei ihm vor Jahren gekommen, als ein befreundeter Künstler an einem verkaufsoffenen Sonntag in seinem Laden Schuhbilder malte.

Brand räumt aber ein, dass er dadurch kaum neue Kunden gewinnt: „Die Leute entdecken den Wein erst im Laden.“

Onlinehandel und Ladengeschäfte

Einen ganz anderen Weg geht „Fairtragen“, ein Laden für ökologische Mode. Neben zwei Ladengeschäften wird die Kleidung auch Online vertrieben. „Wir haben die Läden 2007 aufgemacht und ein Jahr später mit dem Onlinehandel angefangen“, erläutert Leon Fellows, Geschäftsführer.

„Wir verkaufen Kleidung europaweit, aber die Bremer kommen immer noch in unsere Läden.“ Der Onlinehandel lohne sich für ihn, weil er für ein Drittel seines Umsatzes sorgt.

Homepage ist Visitenkarte im Netz

Das ist aber nicht der einzige Grund. „Ich merke oft, dass Kunden in den Laden kommen, die sich schon im Vorfeld auf der Internetseite umgeschaut haben“, so Fellows.

Auch Halves betont die Bedeutung des Onlinemarketings. Ein Auftritt bei Facebook oder eine Homepage sei die Visitenkarte im Internet. „Für die jungen Leute  existiert nur, was es im auch im Internet gibt.“

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