Flughafen Ankunftshalle Der Flughafen stellt dem Forschungsprojekt seine Daten zur Verfügung. Foto: Bremen Airport
Energie

Energieverbrauch mit kommunizierendem System senken

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Große Komplexe wie Krankenhäuser und Unis verbrauchen viel Energie. Bremer Forscher wollen beim Sparen helfen. Unter anderem mit Hilfe des Wetters. Das Bundesforschungsministerium unterstützt das Projekt.

Ein Forschungsprojekt des Bremer Instituts für Produktion und Logistik (BIBA) will den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß in großen Anlagen wie Krankenhäusern, Universitäten oder Flughäfen verringern.

„Eine signifikante Reduktion des Gesamtenergiebedarfs ist möglich“, sagt Projektleiter Moritz Quandt. Neben dem BIBA sind auch zwei Bremer Unternehmen beteiligt: Der IT-Dienstleister NetDV und die Unternehmensberatung Apandia.

Teilsysteme die nicht miteinander kommunizieren

NetDvs Aufgabe bei dem Projekt, dass mit knapp einer Million Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert wird, ist die technische Systemanbindung und Apandia hat die kaufmännischen Prozesse im Fokus.

Große Einrichtungen wie etwa Unis bestehen meist aus zahlreichen, unabhängigen Teilsystemen, „die nicht miteinander kommunizieren“, erklärt Sprecherin Sabine Nollmann. Ziel des Projekts ist es, den Energieverbrauch zu senken, in dem die Steuerung der Energie- und Gebäudetechnik verbessert wird.

Externe Einflüsse berücksichtigen

Außerdem sollen auch externe Einflüsse, wie das Fluggast- beziehungsweise Patientenaufkommen, Wetter, Sonnenstand und Außentemperaturen einbezogen werden. Dadurch erhoffen sich die Forscher eine zusätzliche Minderung des Energiebedarfs.

„Es gilt, durch eine gezielte Ansteuerung von Verbrauchern und Speichern Lastspitzen zu vermeiden und die Zeit niedrigeren Energieverbrauchs besser zu nutzen“, so Quandt.

Flughafen stellt Daten zu Verfügung

Die Aufgaben im Projekt sind klar verteilt, das BIBA entwickelt die Software, die das Zusammenspiel der Teilsysteme regelt, NetDV kümmert sich um die verbesserte Kommunikation der einzelnen Teilsysteme. Apandia arbeitet an einem Assistenzsystem, das dem Betreiber der Infrastruktur aufzeigt, wie er kostengünstiger sein Energiebedarf decken kann.

Der Bremer Flughafen ist ein Partner des Forschungsprojekts, er stellt seine Daten zur Verfügung. „Mit dem Bremen Airport haben wir einen innovativen Partner an unserer Seite“, sagt Apandia-Geschäftsführer Thomas Bleeker.

Gute Vermarktungschancen erhofft

Der Flughafen biete die Möglichkeit, das entwickelte Steuerungssystem in einer realen Gebäudetechnik umfangreichen Praxistests zu unterziehen. Mit den Ergebnissen des Tests sollen dann die Einsparmöglichkeiten für den gesamten Flughafen berechnet werden.

„Zum Beispiel können Spitzenlasten, die im Sommer durch Kühlprozesse entstehen, mit Fotovoltaik effektiv abgefangen werden“, erläutert Quandt.

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und den Zielen der Bundesregierung  zur CO2 Reduzierung erhofft sich das Projektteam gute Vermarktungschancen für ihr Steuerungssystem.

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