Laufroboter Mantis Der Laufroboter Mantis ist ein Beispiel für Bremens Rolle in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Foto: Annemarie Hirth, DFKI GmbH
Luft- und Raumfahrt

Technologie aus Bremen erobert das Weltall

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Neben Handel und Logistik hat sich die Luft- und Raumfahrtindustrie zu einem wichtigen Bremer Wirtschaftszweig entwickelt. Mittlerweile spielen Bremer Unternehmen und Forschungseinrichtung in der ersten Weltraum-Liga.

 

Die Bremer Wirtschaft ist seit Jahrhunderten von Seefahrt und Handel geprägt, aber schon seit längerem hat sich in der Hansestadt die Luft- und Raumfahrtindustrie zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor gemausert.

„Bremen ist einer der erfolgreichsten Standorte der internationalen Luft- und Raumfahrtindustrie“, sagt Bert C. Cecchia von der Handelskammer Bremen. Ein großer Vorteil des Standorts sei, so Cecchia, der Mix aus Forschung und Entwicklung, sowie die Zulieferbetriebe und die produzierenden Unternehmen die gemeinsam in der Branche tätig sind.

Satelliten für kommen aus Bremen

Neben großen bekannten Unternehmen wie etwa Airbus und OHB, das Satelliten für das europäischen Navigationssystems Galileo entwickelt und baut, gibt es noch rund 140 weitere Betriebe, die in diesem Bereich aktiv sind.

„Wir wollen die Vernetzung innerhalb der globalen Raumfahrtgemeinschaft weiter voranzutreiben und Bremen als ‚City of Space‘ nachhaltig in den Köpfen der Menschen verankern.“ sagt OHB-Vorstand Dr. Fritz Merkle.

Die Branche beschäftigt viele Leute

Daneben gibt es etwa 20 Forschungsinstitute wie etwa das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt oder das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM), das den Fallturm betreibt.

Insgesamt erwirtschaften rund 12.000 Beschäftigte in der Bremer Luft- und Raumfahrtindustrie einen Umsatz von über vier Milliarden Euro im Jahr.

„Mantis“ als Vorzeigeprojekt

Ein Beispiel ist das Deutsche Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI), das gerade den Laufroboter „Mantis“ zusammen mit der Universität Bremen entwickelt hat.

Der sechsbeinige Roboter wurde nach dem Vorbild einer Gottesanbeterin (englisch: Mantis) konstruiert und kann sich mühelos auf unebenem Terrain fortbewegen. Außerdem ist er mit zwei Greifwerkzeugen und mit einer Vielzahl unterschiedlicher Sensoren ausgestattet, um den Untergrund zu analysieren.

Mond oder Mars als mögliches Einsatzgebiet

Die Einsatzgebiete des Roboters sind sowohl die Erkundung von planetaren Oberflächen wie auch der Aufbau und die Wartung von Infrastrukturen zum Beispiel bei längeren Aufenthalten auf dem Mond oder Mars.

Derzeit sei zwar keine konkrete Mission geplant, an der „Mantis“ teilnehmen könnte, aber er liefere „den Nachweis, dass Deutschland derartige Systeme für Weltraummissionen zur Verfügung stellen kann“, so Dr. Sebastian Bartsch vom DFKI.

Risikofreude wird vermisst

Bartsch schätzt den guten Zugang zu Industrie- und Forschungspartner in Bremen. „Neben den eigenen Bestrebungen und Aktivitäten, um die Zusammenarbeit zu stärken, macht hier die Bremer Wirtschaftsförderung auch einen sehr guten Job, potentielle Partner zu vernetzen und Projektideen zu entwickeln“, erläutert er.

Allerdings kritisiert er die mangelnde Risikofreudigkeit sowohl von der Politik als auch in der Industrie und verweist auf die USA, wo Unternehmen wie SpaceX und Virgin Galactic zeigen würden, dass Privatunternehmen neue Technologien entwickeln können.

Mehr Start-Ups ansiedeln

„Ich könnte mir schon vorstellen, dass ein bisschen mehr Elon Musk oder Richard Branson in den Führungsebenen von Bremer Raumfahrtunternehmen dem Luft- und Raumfahrtstandort Bremen langfristig helfen würde, sich international zu behaupten.“

Auch Martin Stade, OHB-Kommunikationsleiter, sieht noch Potential und möchte gerne mehr Start-Ups nach Bremen locken. „Hier in Bremen sollen sich New-Space-Leute dann mit den etablierten Raumfahrtgrößen vernetzen, dadurch entsteht zuerst ein Dialog, dann neue Ideen und später die Geschäftsfelder der Zukunft“, sagt er.

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