Die "Open Stage" in Vegesack feiert ihr Zehnjähriges mit einer Jubiläumsshow. Foto: Hielscher Die "Open Stage" in Vegesack feiert ihr Zehnjähriges mit einer Jubiläumsshow. Foto: Hielscher
Vegesack

„Open Stage“ feiert ein Jahrzehnt voller Musik

Von
Die „Open Stage“ gibt Künstlern die Chance, vor Publikum aufzutreten. Mehr als 400 Acts nutzten diese bereits. Mit einer solchen Resonanz hatten die Organisatoren vor zehn Jahren nicht gerechnet.

Inzwischen kann Markus Ringe sorglos auf die jeweils nächste „Open Stage“ blicken, denn die Veranstaltung hat sich so gut etabliert, dass er bereits Wartelisten führen muss.

Angefangen hatte alles 2007 am Hillmannplatz. Gemeinsam mit einem Freund hatte Ringe dort eine „Open Stage“ organisiert. Zuvor hatte er selbst an einer anderen offenen Bühne teilgenommen, die ihn sehr enttäuschte: „Es war komplett unreglementiert. Manche Bands spielten eine Stunde, andere nur zehn Minuten.“

Markus Ringe Foto: Füller

Markus Ringe
Foto: Füller

Alle bleiben bis der Letzte fertig ist

Als Ringe und seine Band an der Reihe waren, war es bereits mitten in der Nacht, die Reinigungskraft wollte anfangen aufzuräumen und die meisten Gäste und Bands hatten das Lokal bereits verlassen. „Mit unserem System gehen wir sicher, dass auch alle Künstler da bleiben“, so Ringe weiter.

Das Konzept ist einfach: Die Künstler haben jeweils zwölf Minuten Zeit, um ihre Stücke zu singen, zu spielen oder zu tanzen und so das Publikum von sich zu überzeugen.

Dieses bewertet mithilfe von Chips, die am Ende des Abends in die jeweiligen Röhrchen der favorisierten Künstler geworfen werden. Die Chip-Stände zeigen an, wer der oder die Beste auf der Bühne war. Der Gewinner darf schließlich eine Zugabe spielen.

Bei der „Open Stage“ entscheidet das Publikum mithilfe von Chips, welcher Künstler am Ende gewinnt und eine Zugabe spielen darf. Foto: pv

Bei der „Open Stage“ entscheidet das Publikum wer gewinnt. Foto: pv

Umzug in den Norden

Nach kurzer Zeit am Hillmannplatz folgte der Umzug in den Bremer Norden: „Das Muddy‘s dirket im Bahnhof passt sehr gut zu uns und der Idee“, sagt Ringe. Es sei auch nicht selbstverständlich gewesen, dass der Wirt Heiko Grebesich der „Open Stage“ eine Chance gab.

Der Umzug in den Bremer Norden hatte viel Gutes: „Es herrscht eine tolle Gemeinschaft und eine tolle Athmosphäre unter den Künstlern vor. Das habe ich so noch nie erlebt“, sagt der Sebaldsbrücker.

Kalte Künstler-Aquise

Anfangs musste Ringe die Bühne noch mit einer Art kalter Aquise füllen: Er sprach Menschen auf der Straße an, die beispielsweise eine Gitarre bei sich hatten. Bis vor einem Jahr traten zehn Künstler am Abend auf. Inzwischen sind es acht.

Da die „Open Stage“ nicht auf eine bestimmte Art von Kunst festgelegt ist, treffen dort regelmäßig Singer/Songwriter auf Hip Hopper, Punkbands auf Shantys und junge auf alte Künstler. Von Tangotanz bis Feuerschucken ist alles dabei. Die Jüngsten waren gerade mal zehn Jahre alt.

Logistischer und körperlicher Aufwand

Alle Künstler bringen ihre Instrumente selber mit, die Backline wird vom Veranstalter gestellt. Das bedeutet einen großen logistischen Aufwand für Ringe, der selber in zwei Bands spielt und singt. „Ich fahre zweimal vor der Show und zweimal nach der Show, um alles hin und her zu transportieren.“

Dieser große Aufwand ist es auch, der eine Änderung des Formats fordert. Nach der 50. Show am 14. März wird Ringe eine kurze Pause einlegen, um dann im Herbst die nächste „Stage“ zu organisieren. Künftig wird es diese nur noch dreimal statt fünfmal jährlich geben.

Helfer und Künstler gerne gesehen

„Es ist sehr anstrengend und alles ruht auf einem Paar Schultern“, sagt der 57-Jährige. Aus diesem Grund sucht er Helfer, die ihm vor allem beim Auf- und Abbau sowie dem Transport  der Backline behilflich sind.

Für die Jubiläumsshow am Dienstag, 14. März, ab 19.30 Uhr, im Muddy‘s (Vegesacker Bahnhofsplatz 34) steht das Lineup bereits fest, unter anderem treten Mareike Christ und Tjard Cassens, das Geschwister-Duo „TwoHeartsInTenBands“ aus Osnabrück und Axel T. G. Schossen mit StandUp Comedy auf.

Wer sich für kommende Shows, etwa am 1. Oktober im Rahmen des Vegefestes, anmelden möchte, kann dies per Mail an zehnzumsehen@yahoo.de oder unter 45 55 16.  Alle Infos gibt es auch auf Facebook.

Teile jetzt den Artikel

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.