Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (l.), mit der Betriebsleiterin Karin Lippold und Anleiter Jörg Henies auf dem Acker im Blocklandgarten. Foto: Schlie
Gärtnerei statt JVA

Gemüse aus dem Blocklandgarten

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Auf dem Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Carl-Kohne-Straße in Bremen ist eine grüne Oase entstanden. In dem Projekt Blocklandgarten betreiben Langzeitarbeitslose ökologischen Gemüseanbau.

Seit dem Wiederaufbau der ehemaligen Gärtnerei in der JVA vor zwei Jahren wird auf dem 30 Hektar großen Gelände – mit mehreren Gewächshäusern – Biogemüse angebaut, Landwirtschaft und in kleinem Umfang auch Nutztierhaltung betrieben.

Mit der Arbeit (30-Stunden-Woche) sollen Langzeitarbeitslose beim Einstieg in den beruflichen Alltag unterstützt und zugleich anderen Einrichtungen geholfen werden. Die Ernte wird nämlich zum Teil an Bedürftige und soziale Einrichtungen wie die Suppenengel abgegeben.

Senatorin freut sich, dass es den Blocklandgarten gibt

„Ich bin froh, dass es dieses Projekt gibt. Es ist ein gutes Beispiel, wie sich der Gedanke der Gesundheitsprävention in den unterschiedlichen Lebenswelten verwirklichen lässt“, sagte Senatorin Eva Quante-Brandt bei ihrem Besuch im Blocklandgarten am Montag.

Bei dem Projekt gehe es auch darum, das Thema gesunde Ernährung den Menschen zu vermitteln, die sich damit in der Regel weniger beschäftigen – und um den ganzheitlichen Gesundheitsbegriff: Die Mitarbeiter bewegen sich bei der Gartenarbeit in der freien Natur und würden zumeist auch mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen.

Der Blocklandgarten soll aber nicht nur die Beschäftigten unterstützen, sondern auch die Einrichtungen im Stadtteil. Es gebe zum Beispiel das grüne Klassenzimmer oder die Schüler vom Schwarzen Weg, die regelmäßig kommen, berichten Betriebsleiterin Karin Lippold und Anleiter Jörg Henies.

Mittlerweile gebe es auf dem Gelände sogar eine kleine Fahrradwerkstatt mit der er auch schon mal die Räder mit den Schülern repariere, berichtet Henies. Zumeist geht es aber natürlich um den ökologischen Anbau und die Ernte.

Im Blocklandgarten wachsen auch neue Sorten

Dazu gehört im Blocklandgarten auch das Experimentieren mit neuen Sorten wie dem Zapallito (einer Kreuzung aus Zuchini und Kürbis) und die Gewinnung des eigenen Saatgutes. Das geht in den Gewächshäusern natürlich besonders gut, wo die Tomaten und Auberginen noch wachsen, während sie im Freiland längst vergammelt sind.

Und dann gibt es natürlich auch noch die Tiere im Blocklandgarten: Neben den 11 Hühnern und ihrem Hahn leben auch noch drei Wildgänse und elf Schafe auf dem mit Zäunen und viel Stacheldraht gesicherten alten JVA-Gelände. Nicht zu vergessen natürlich auch Zehntausende von Bienen. Schließlich sollen im Blocklandgarten auch die grundlegenden Fähigkeiten der Hobbyimkerei vermittelt werden.

Weitere Informationen zu dem Projekt findet man auch unter blocklandgarten.de im Netz.

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