Thomas von Zabern und seine Nachbarn kritisieren, dass der gesamte Platz am Ende der Osterstraße gepflastert wurde. Zudem fordern sie ein Geländer statt der Mauer. Foto: Schlie Thomas von Zabern und seine Nachbarn kritisieren, dass der gesamte Platz am Ende der Osterstraße gepflastert wurde. Zudem fordern sie ein Geländer statt der Mauer. Foto: Schlie
Neustadt

Umbau Osterstraße: Pflasterplatz ist unerwünscht

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Zu wenig Bäume, eine komplett gepflas­terte Fläche und Wildpinkler: Die Anwohner der Osterstraße sprechen von einem zweiten Lucie-Flechtmann-Platz direkt vor ihrer Tür und bemängeln die Umsetzung der Baumaßnahme.

„Das Ergebnis der Platzneugestaltung ist leider völlig misslungen und entspricht nicht der Beschreibung und Darstellung in der Deputationsvorlage“, sagt Thomas von Zabern. Ihm und seinen Nachbarn geht es um gleich mehrere Aspekte des Umbaus zwischen Leine- und Friedrich-Ebert-Straße.

So sind in den Plänen und Beschreibungen der Deputationsvorlage vom Mai dieses Jahres 18 Bäume entlang der Osterstraße eingezeichnet worden. „Nun sind gerade mal acht Aussparungen im Pflaster gelassen worden“, sagt von Zabern.

Mauer wird als Pissoire missbraucht

Auf dem Platz vor der Mauer zur Friedrich-Ebert-Straße sollten laut Vorlage zwei Hochstammbäume gepflanzt werden – entstanden ist eine komplett gepflasterte Fläche. Auf dieser befürchten die Anwohner nun zudem Wildparker.

„Wir verstehen nicht, warum man dort kein Grün angelegt hat, wie hinter dem Südbad. So ein toller Platz wäre auch hier in klein möglich gewesen“, sagt von Zabern. Die Mauer selbst stört die Anwohner ebenfalls. Nachdem sie wegen einer Baumwurzel nicht komplett abgerissen werden konnte, bleibt sie nun stehen – und wird oft als Pissoire missbraucht.

Geländer statt Mauer?

Er und seine Nachbarn wünschen sich, dass die Mauer so weit wie möglich abgetragen und durch ein Geländer ersetzt wird. „Auch Sitzstufen wären denkbar, um den Platz anschließen zu können“, schlägt er vor.

Das Ziel, die Osterstraße zu öffnen und Aufenthaltsqualität zu schaffen, sei verfehlt. „Es ist unverständlich, warum wir nicht über die Änderungen aufgeklärt wurden. So verliert man das Vertrauen in Politik“, ist von Zabern sich sicher.

Pläne mussten geändert werden

Erst nach dem Beschluss einer Deputationsvorlage starte die eigentliche Ausführungsplanung, erklärt Rainer Imholze, Stadtplaner beim Bauressort. Eine Baumaßnahme eins zu eins umzusetzen, sei oft nicht möglich, weil etwa Wurzeln bestehende Pläne zunichte machten – wie in der Osterstraße geschehen.

„Wenn nun tatsächlich weniger Bäume gepflanzt werden, müssen wir das prüfen“, sagt Imolze. Und auch die gepflasterte Fläche wolle er sich noch einmal ansehen: „Eine komplett versiegelte Fläche darf nicht sein“, so der Stadtplaner weiter.

Bauressort gesprächsbereit

Er möchte das Gespräch mit den Anwohnern suchen, auch in Sachen Mauer: Damit das Bauwerk nicht herab stürze, müsse es abgefangen gestützt werden. Den Vorschlag der Anwohner, die Mauer etwas niedriger zu machen und darauf ein Geländer zu installieren, will Imholze seinen Referatskollegen vorstellen.

„Wir gucken uns das an“, verspricht er. Zudem wollen die Planer sich etwas gegen wildes Parken auf dem Platz einfallen lassen.

Doppelte Arbeit wegen falschen Materials

Doch die Anwohner kritisieren auch, dass bestimmte Baumaßnahmen gleich doppelt durchgeführt wurden. So seien beispielsweise Sand und Schotter als Fahrbahnuntergrund zunächst verfüllt, dann jedoch wieder komplett ausgetauscht worden.

In diesem Fall wurde der ausführenden Baufirma der falsche Sand geliefert.

Tragfähigkeit musste hergestellt werden

„Es gibt Vorschriften, an die wir uns zu halten haben. Die Sandschicht dient dem Frostschutz. Er muss bestimmte Eigenschaften haben, zum Beispiel die richtige Körnung. Bei der Überprüfung der Tragfähigkeit stellte sich dann heraus, dass der Sand nicht den Vorgaben entsprach“, erklärt Alexander Klöß von Consult Team Bremen.

Der Sand wurde ersetzt, die Tragfähigkeit hergestellt. „Das ist auch für den Bauherren, in diesem Fall die Stadt, ärgerlich“, sagt Klöß. Zusätzliche Baukosten seien nicht entstanden, lediglich eine zeitliche Verzögerung. 

Die ersten Bäume in der Osterstraße sollen laut Klöß zudem Anfang Dezember gepflanzt werden.

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