„Dieser Unimog ist startklar“, sagt Frieder Lüße. Der Leiter des städtischen Baubetriebshofes bereitet sich dieser Tage mit seinem Team auf den ersten Winterdienst vor. Foto: Bosse
Osterholz-Scharmbeck

Baubetriebshof bereitet sich auf Winterdienst vor

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Die Salzsilos sind gefüllt, die Einsatzfahrzeuge inspiziert und die Mitarbeiter in gespannter Erwartung: Auf dem Baubetriebshof der Stadt Osterholz-Scharmbeck bereitet man sich auf den ersten Winterdienst vor.

„Die milden, zweistelligen Temperaturen zum Ende dieser Woche sollten uns nicht täuschen“, sagt Frieder Lüße. Der Leiter des städtischen Baubetriebshofes in Pennigbüttel gibt zu bedenken, „dass das zum Wochenende schon wieder bis drei Grad runtergehen soll“.

Bis zu fünf Wetterdienste hat Lüße dieser Tage parallel im Blick, geht es doch darum, sich auf den ers­ten Winterdienst der neuen Saison vorzubereiten. Und er wagt die Prognose: „Mitte kommender Woche könnte es so weit sein, dass es das erste Mal glatt wird.“

Das ist vergleichsweise spät. Vergangenes Jahr um diese Zeit habe man bereits zwei oder drei Einsätze gefahren, erinnert sich der Betriebsleiter. Man sei aber bestens vorbereitet.

Silotürme in Pennigbüttel gut gefüllt

Die vier gro­ßen Silotürme auf dem Gelände in Pennigbüttel seien gut gefüllt. In einem davon wird Salzsole gelagert. Ein Silo gehört der Stadt Osterholz-Scharmbeck, eines dem Landkreis Osterholz und das dritte dem Land Niedersachsen, da die Straßen verschiedenen Zuständigkeiten unterliegen.

„Wir sprechen da von interkommunaler Zusammenarbeit“, sagt Frieder Lüße. Die komme beispielsweise auch zum Tragen, wenn er sich mit der Kreisstraßenmeisterei oder Kollegen anderer Gemeinden abstimme. „Da fragt man sich auch mal gegenseitig, wie der Andere die Wetterlage einschätzt“, erklärt Lüße.

25 Mitarbeiter in ständiger Rufbereitschaft

Zu rund 95 Prozent sei das Silo der Stadt in der Regel gefüllt. Insgesamt fasst der Turm 250 Kubikmeter Salz. „In einen Lkw passen etwa 20 Kubikmeter. Das heißt, wir fahren solch ein Silo pro Saison mehrfach leer.“

Zur Hochzeit seien dann 25 Mitarbeiter in ständiger Rufbereitschaft. Momentan beschränke sich diese noch auf den Betriebsleiter und seine beiden Stellvertreter.

Salz wird mit einer Sole vermischt

Beim Winterdienst – die Stadt hat rund 80 Kilometer Straße und etwa 20 Kilometer an Gehwegen zu „bestreuen“ – kommt übrigens kein reines Salz zum Einsatz. Beim Ausbringen wird es mit einer Sole ver­mischt.

Dadurch springen die Kristalle nicht in den Seitenraum, sondern bleiben besser auf der Straße haften. „Durch die Autoreifen wird das Salz dann auf der gesamten Strecke verteilt“, erklärt der Fachmann. Die speziell für Gehwege konzipierten kleineren Traktoren arbeiteten dagegen mit einer Sand-Mischung, um die Flächen abzustumpfen.

Eisregen als echte Herausforderung

Eine Beobachtung, die Frieder Lüße gemacht hat: „Es gibt in unserem Gebiet Wettergrenzen und -zonen.“ So sei es beispielsweise rund um Tietjens Hütte oder in Teufelsmoor oft deutlich kälter als in anderen Teilen der Kreisstadt.

Und kann sich ein Winterdienst-Koordinator eigentlich noch über Schnee freuen? „Über Schnee schon“, sagt Lüße. „Viel schlimmer ist für uns Eisregen.“

In solchen Fällen sei es zu Beginn der Einsätze oft derart rutschig, dass die bis zu 20 Tonnen schweren Streufahrzeuge erst einmal rückwärts führen, um ihre eigenen Reifen mit Salz zu „ummanteln“, um überhaupt von der Stelle zu kommen. „Da ist auch viel fahrerisches Können der Kollegen vonnöten“, weiß Lüße.

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