Die Polizei relativiert eigene Pressemitteilung, nach der rund 20 Bewaffnete ein Fußballturnier gestört haben sollen. Foto: pv Die Polizei relativiert eigene Pressemitteilung, nach der rund 20 Bewaffnete ein Fußballturnier gestört haben sollen. Foto: pv
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Polizei relativiert: Doch keine 20 Bewaffneten?

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Die Polizei relativiert ihre eigene Pressemitteilung, nach der am Freitagabend rund 20 bewaffnete Menschen die Aller-Weser-Halle stürmten und wünscht sich differenziertere Kommentare von Facebook-Nutzern.

„Konkret können wir nicht sagen was passiert ist“, sagte Polizeisprecher Helge Cassens am Montagabend. „Wir würden das erstmal gerne von den Opfern erfahren.“

Die Auseinandersetzung während eines Fußballturnieres für Integration stellte sich offenbar als weniger brisant dar, als zunächst gemeldet, so der Sprecher.

Es sei auch unsicher, ob es die rund 20 angegebenen Familienmitglieder der Fußballspieler mit Migrationshintergrund je gegeben habe.

Angeblich sind Messer gesehen worden

Ebenfalls unklar ist, ob diese mit Waffen in die Aller-Weser-Halle eingedrungen sind. „Das Hineinrennen in die Halle wurde den Polizisten vor Ort lediglich erzählt“, sagt Cassens.

Sicher sei sich die Polizei hingegen, dass zwei Mannschaften des Fußballturnieres so ruppig waren, dass sie ausgeschlossen wurden. Was sich danach abspielte, ist der Polizei unklar.

„Angeblich sind Messer gesehen worden. Ob das stimmt, müssen die Ermittlungen ergeben“, sagt der Polizeisprecher. So ist auch nicht geklärt, ob es wirklich ein Opfer gibt, das Körperverletzungen davongetragen hat.

Auf keinen Fall intransparent

Cassens bestätigt, das viele Polizisten aus der Kreisstadt Verden und Achim zu dem Einsatz angerückt waren.

„Uns wird ja häufig vorgeworfen, dass wir bei dem Thema Gewalt und Flüchtlinge intransparent sind. Das sind wir aber auf keinen Fall. Die Frage ist: Wie weit gehen wir mit Informationen? Wir nehmen es ernst, wenn Zeugen etwas sagen. Ich habe die Pressemitteilung gesehen und ich habe nichts daran auszusetzen“, sagt Cassens.

In der Facebook-Gruppe des WESER REPORT wurde die vergangene Pressemitteilung der Polizei zu diesem Fall inzwischen kontrovers diskutiert.

Alteingesessene Migranten

Der Polizeisprecher zeigt sich verärgert, dass Flüchtlinge im Internet über einen Kamm geschert werden. „Das ist der Fehler an der Wahrnehmung. Es wird einfach alles vermengt.

In diesem Fall waren es vor Ort keine Flüchtlinge, sondern alteingesessene Migranten“, so Cassens. Auch ein Gewaltproblem erkennt Cassens in der Kreisstadt nicht.

Die subjektive Furcht der Verdener hat Schaden genommen, so der Sprecher. Auch durch andere Vorfälle im Aller Park und am Bahnhof. „Die Geschichte die jetzt in der Sporthalle passiert ist, wird in der Wahrnehmung dazu genommen, obwohl es was ganz anderes ist“, sagt er.

Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise, auch zu dem angeblichen Opfer einer Körperverletzung. Informationen können unter der Rufnummer 04231/ 80 60 abgegeben werden.

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