Freuen sich über die neue Kooperation: Florian Friedel, Klaus Gutberlet, Götz Buchwalsky und Matthias Viemann (von links).Foto: pv Freuen sich über die neue Kooperation: Florian Friedel, Klaus Gutberlet, Götz Buchwalsky und Matthias Viemann (von links).Foto: pv
Krankenhaus

Delmenhorst wird Standort für Herzrhythmusstörungen

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Das Delmenhorster Krankenhaus ist eine Kooperation mit der Elektrophysiologie Bremen eingegangen. Deren Ärzte führen bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen elektrophysiologische Herzkathetereingriffe durch.

Florian Friedel, Geschäftsführer des Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) hat am heutigen Mittwoch einen wichtigen Vertrag unterschrieben, der das Kankenhaus an der Wildeshauser Straße 92 weit über die Grenzen von Delmenhorst beziehungsweise Norddeutschland hinaus bekannt machen könnte und für mehr Wirtschaftlichkeit sorgen soll.

Patienten kommen aus ganz Europa

Neuer Kooperationspartner wird die Elektrophysiologie Bremen. Deren Ärzte führen bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen seit 1997 elektrophysiologische Herzkathetereingriffe durch. 2001 wurde das Spektrum auf die Behandlung von Herzrhythmusstörungen bei Kindern, Jugendlichen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern jeglichen Alters erweitert.

„Wir haben keine Praxis sondern arbeiten immer eng mit Krankenhäusern zusammen. Bislang geschieht das an drei Standorten in Bremen, Lilienthal und im Ammerland“, berichtete Dr. Götz Buchwalsky von der Elektrophysiologie Bremen.

Kinderklinik als Glücksfall

Die Partnerschaft mit dem Delmenhorster Krankenhaus bezeichnet er als Glücksfall, da dort mit Dr. Matthias Viemann, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin, ein ausgewiesener Kinderkardiologe angestellt ist. „Die neue Kooperation war dringend nötig, um Wartezeiten abzubauen. Wir rechnen allein mit jährlich 280 Behandlungen von minderjährigen Patienten“, teilte Buchwalsky mit.

Herzrhythmusstörungen können bereits im Kindesalter auftreten. Sie sind angeboren, machen sich aber häufig erst im Alter von fünf bis sechs Jahren oder mit Eintritt der Pubertät bemerkbar.
„Bei einem kathetergestützten Spezialeingriff werden am Herzmuskelgewebe krankhafte elektrische Erregungsherde verödet und dadurch riskante Herzrhythmusstörungen beseitigt“, erklärte Buchwalsky und fügte hinzu: „Nach dem Eingriff kehrt das Herz oft dauerhaft in seinen natürlichen Takt zurück. Bei Kindern liegt die Heilungsrate sogar bei 95 Prozent.“

Heilungsrate liegt bei 95 Prozent

Bei den Eingriffen bei erwachsenen Patienten wird das Team von der Elektrophysiologie Bremen eng mit Dr. Klaus Gutberlet, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, zusammenarbeiten. „Der Vorteil von solchen Operationen ist, dass dem Patienten wirklich dauerhaft geholfen werden kann und er weniger bis gar keine Medikamente mehr braucht“, betonte Gutberlet. Außerdem reduziere sich das Risiko für einen Schlaganfall.

Mit der Behandlung von Erwachsenen wird in Delmenhorst bereits am 1. Oktober begonnen; Kinder können dann ab Anfang 2019 in Delmenhorst behandelt werden.
Im Krankenhaus muss dafür noch ein Links-Herz-Katheter-Messplatz errichtet werden. „Die Kosten für das Gerät liegen bei rund 400.000 Euro. Glücklicherweise liegen uns dafür Einzelfördermittel vom Land Niedersachsen vor“, verrät Florian Friedel.

Vortragsreihe für Patienten

Eine weitere Neuerung am JHD ist die Patientenvortragsreihe „Gesund in Delmenhorst“. Zu den Vorträgen wird regulär an jedem zweiten und dritten Donnerstag im Monat von 18 bis 19 Uhr eingeladen. Treffpunkt ist das neu eingerichtete Besucher-Café. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Auch Fragen werden beantwortet.

Los geht es am 13. September mit einem Vortrag über schonenden Gelenkersatz für Knie und Hüfte mit minimalinvasiver Endoprothetik. Das Referat hält der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Dr. Markus Phillip. Des Weiteren sind bis Ende des Jahres Vorträge zu Themen wie Darmkrebs, Lebergesundheit, Schultererkrankungen und Schmerztherapien geplant. „Mit der Vortragsreihe wollen wir das Spektrum der Klinik bekannter machen und verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen“, betonte der Krankenhausgeschäftsführer.

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