Bürgermeister Carsten Sieling (links) gratulierte Henning Scherf im Rathaus nachträglich zum 80. Geburtstag. Foto: Schlie
Goldene Glückwünsche

Bremische Ehrenmedaille an Henning Scherf verliehen

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100 Jahre will er werden, das betont Henning Scherf gerne in Interviews. Die 80 hat er vergangene Woche am Reformationstag geknackt. Glückwünsche gab es zum 31. Oktober reichlich, am Dienstag auch in goldener Form.

Der ehemalige Bürgermeister erhielt während eines Senatsempfangs mit vielen ehemaligen Weggefährten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vom aktuellen Amtsinhaber Carsten Sieling die Bremische Ehrenmedaille in Gold. Und die eine oder andere Umarmung.

Dabei ist er selbst eigentlich als „Knutscher“ bekannt, weil er insbesondere ältere Damen gerne mal an seine Brust drückt. Ein liebevoller Kosename, den er als Kompliment empfindet. Doch nicht nur im Umarmen ist er umtriebig. Nachdem der dreifache Vater und neunfache Großvater 2005 das Zepter an Jens Böhrnsen übergeben hatte, begab er sich in den klassischen Unruhestand.

Leben in einer Senioren-WG

Alleine 2017 hat er deutschlandweit über 200 Vorträge beziehungsweise Lesungen gehalten. Meistens ging es dabei um „Lebenskonzepte heute für morgen“ – so auch der Untertitel eines seiner vielen Bücher.

Denn Scherf hat schon vor 30 Jahren ein damals noch besonderes Modell für sich entdeckt. Er und seine Frau Luise, mit der er 2020 Diamantene Hochzeit feiern will, leben in einer Senioren-WG: mehrere Parteien unter einem Dach, jede in einem eigenen Reich.

Auf dem E-Bike unterwegs

Dennoch gibt es gemeinsame gesetzte Termine, wie ein Frühstück am Samstagmorgen im Rotationsverfahren. Gerne auch mit weiteren Familienangehörigen, was bei Scherfs schon mal kuschelig werden kann, weil am Esstisch nur für zwölf Personen Platz ist.

Außerhalb des Heims sieht man den Hünen mit Wurzeln in der Bremer Neustadt meistens radelnd. Früher auf einem Flitzer, heute bevorzugt der ehemalige Marathonläufer ein E-Bike. Konditionell können ihm dennoch nur wenige Altersgenossen das Wasser reichen – dabei mag er das doch bekanntlich so gerne und zwar am liebsten heiß.

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