Auf dem Gelände der einstigen Bremer Wollkämmerei soll ein Lern-, Fortbildungs- und Begegnungsort entstehen. Die Pläne stehen noch am Anfang. Archivfoto: WR Auf dem Gelände der einstigen Bremer Wollkämmerei soll ein Lern-, Fortbildungs- und Begegnungsort entstehen. Die Pläne stehen noch am Anfang. Archivfoto: WR
BWK-Gelände

Ein Berufsschulcampus für den Bremer Norden

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Auf dem Gelände der einstigen Bremer Wollkämmerei soll ein zentraler Standort für Berufsschulen in Bremen-Nord entstehen. Bildungssenatorin Claudia Bogedan hat die ersten Ideen nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Berufsschulen sind laut der Bildungssenatorin eingestimmt, die Handwerkskammer und Betriebe eben so und auch von Seiten der Lokalpolitik gab es überwiegend positive Stimmen zu der Maßnahme: Claudia Bogedan (SPD) hat auf der Sitzung des Regionalausschusses Bremen-Nord in dieser Woche die Pläne für den „Campus Nord“ vorgestellt. Unter diesem Namen läuft das Vorhaben, die Berufsschulstandorte auf dem Gelände der Bremer Wollkämmerei (BWK) zu zentralisieren.

Den Gedanken dahinter erklärt Bogedan mit drei Schlagworten: „Größer, flexibler, autonomer.“ Die Behörde möchte ein Lern-, Fortbildungs- und Begegnungsort schaffen, der eng im Stadtteil vernetzt ist. Mit der Nähe zu den Betrieben auf dem BWK-Gelände und im weiteren Umfeld erhofft man sich zudem weitere Synergien.

Ein Schwerpunkt soll auf den gewerblich-technischen Ausbildungszweigen liegen. Hinzu kommen laut Bogedan jene Ausbildungen, die wichtig sind für die Versorgungsstruktur in Bremen-Nord, wie zum Beispiel Erzieher. Neben den Schulgebäuden für die etwa 3.000 Schüler, mit denen die Behörde rechnet, sind auch eine Mensa und eine Sporthalle geplant „Denkbar ist natürlich auch ein Wohnheim für die Auszubildenden. In der Fantasie können wir uns auch vorstellen, eine Kita mitzudenken“, sagte Bogedan.

Start mit erster Schule zum Ausbildungsjahr 2022/2023

Sie betont auch, dass sich die Planungen noch am Anfang befinden. Viele Details müssten noch mit Immobilien Bremen und dem Senat geklärt werden. Ab März soll eine Werkstattphase mit allen Akteuren beginnen. Konkrete Flächenangaben und weitere Pläne hatte sie daher nicht zur Sitzung mitgebracht – was wiederum Martin Hornhues (CDU) vom Beirat Burglesum bedauerte.

Dafür nannte sie ein erstes konkretes Datum: Das Schulzentrum Blumenthal soll zum Ausbildungsjahr 2022/2023 seinen Standort auf dem BWK-Gelände haben. „Der Prüfauftrag ist an Immobilien Bremen erteilt. Sie sollen entwickeln, wie das Schulzentrum als erster Ankerpunkt angesiedelt werden kann“, erklärt Bogedan. Die anderen Berufsschulen sollen „Zug um Zug“ über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren folgen. Das Schulzentrum Blumenthal macht den Anfang, da am jetzigen Standort an der Eggestedter Straße die Räume für die Oberschule benötigt werden. Die Berufsschulen der Schulzentren an der Alwin-Lonke-Straße, an der Bördestraße, Blumenthal und Vegesack sowie die Berufsbildende Schule für Metalltechnik sollen folgen.

Ausschuss erwartet abgestimmtes Konzept

Bei der anschließenden Diskussion standen insbesondere zwei Fragen im Raum. Können die beteiligten Ressorts das stemmen und wie schafft man es, das Projekt Campus Nord zukunftssicher zu gestalten, sodass es auch nach der Bürgerschaftswahl im Mai weiter verfolgt wird? „Der nächste Schritt ist, dass wir eine Beschlusslage ohne Ping-Pong schaffen“, sicherte Bogedan zu.

Ulrich Stuwe (Die Linke) forderte in diesem Zusammenhang, die Vorgaben rechtzeitig festzulegen. „Die Planungen scheinen ja noch sehr in den Kinderschuhen zu stecken“, erläuterte er. Hornhues wiederum appellierte, die Nachnutzung der leergezogenen Schulgebäude parallel mitzudenken. Blumenthalerin Ute Reimers-Bruns (SPD) glaubt fest an den Erfolg des Projekts. „Wir werden neue Synergien haben. Auch für Vegesack und Burglesum ist das eine positive Entwicklung.“

Einstimmig fasste der Regionalausschuss den Beschluss, dass ein mit allen Ressorts abgestimmtes Konzept vorgelegt wird und auch die städtebauliche Entwicklung der leeren Gebäude mitgedacht wird.

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