Anzeigen werden ab sofort an den Standorten Kirchheide, Waller Heerstraße, Am Wall, Otto-Lilienthal-Straße, In der Vahr und Osterholzer Heerstraße angenommen. Foto: Polizei Bremen
Polizeireform

Bremer Polizei nimmt Anzeigen zentral auf

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Eine schnellere Anzeigenaufnahme und weniger Wartezeiten für die Bürger: Das ist das Ziel der neuen zentralisierten Anzeigenaufnahme bei der Bremer Polizei. Die Maßnahme ist der nächste Schritt der Polizeireform 2600.

Ab sofort sollen nur noch in den sechs regionalen Komissariaten (Nord, West, Mitte, Süd sowie Ost I und Ost II) Anzeigen aufgenommen werden. Der Zeitraum für mögliche Aufnahmen wird demnach von montags bis samstags auf zwölf Stunden (8 bis 20 Uhr) erweitert.

In den Kommissariaten Mitte, Süd, Ost I und West ist die Aufnahme auch an Sonn- und Feiertagen (10 bis 18 Uhr) möglich, im Polizeikommissariat Nord kann die Aufnahme samstags vorübergehend nur von 8 bis 16 Uhr stattfinden.

Innensenator begrüßt Maßnahme

Innensenator Ulrich Mäurer und Polizeispräsident Lutz Müller stellten die neu strukturierte Anzeigenannahme gestern im Polizeikomissariat Am Wall gemeinsam vor. Mäurer zeigte sich von dem weiteren Schritt zur Umsetzung der Polizeireform 2600 sehr angetan.

„Wir mussten hier einfach wirtschaftlicher werden, daher war die Umstrukturierung unbedingt nötig“, sagte er. Polizeipräsident Müller bekräftigte Mäurers Aussagen: „Das neue Standortkonzept soll die Polizei leistungsfähiger machen. Unsere Beamten wurden dementsprechend geschult, sodass es jetzt starten kann.“

Neue Struktur der Polizei

Untergliedert sind die Kommissariate und Reviere künftig in drei regionalen Abteilungen. Zur Abteilung Mitte/Süd gehören die beiden Polizeikommissariate Mitte (Innenstadt) und Süd (Neustadt) sowie die vier Reviere Steintor, Huchting, Kattenturm und Woltmershausen.

Die Abteilung Ost beinhaltet die Polizeikommissariate Vahr (Polizeipräsidium) und Osterholz sowie die drei Reviere Hemelingen, Schwachhausen und Horn. Zur Abteilung Nord/West gehören die Polizeikommissariate in Vegesack und Gröpelingen sowie die Reviere Lesum, Blumenthal, Walle und Findorff.

Personal wird verlagert

Im Zuge der Polizeireform wurde nun Personal von den Revieren an die Standorte der zentralen Kommissariate verlagert, um den Bürgern dort die zentralisierte Anzeigenannahme anbieten zu können. An den verbleibenden elf Revieren werden dafür von Montag bis Mittwoch und am Freitag (10 bis 12 Uhr) sowie am Donnerstag (15 bis 17 Uhr) Bürgersprechstunden eingerichtet. Dabei werden Hinweise und Beschwerden entgegengenommen und Beratungen durchgeführt.

Wie die Polizei betont, können die Bremer Bürger neben dem klassischen Verfahren auch online Anzeige erstatten: Ausgewählte Delikte wie etwa Fahrraddiebstähle oder Sachbeschädigungen können von zu Hause aus gemeldet werden. Seit kurzem ist dies auch bei Dokumentendiebstählen möglich.

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2 Antworten

  1. Karin Mindermann sagt:

    Fuer mich ist die Polizeireform keine REFORM, sondern eine Maengelverwaltjng. Nie seit 1945 gab es weniger Polizisten in Buergernaehe als heute. Die Ängste der Bürger werden als subjektiv abgetan. Das finde ich nicht in Ordnung.
    Karin Mindermann

  2. Martin Korol sagt:

    Noch nie in der Geschichte gab es so wie heute die Möglichkeit, an jedem noch so kleinen Ort der Welt dieselben Informationen zu bekommen, zu verarbeiten und zu versenden, über die die Zentrale verfügt. Dank Computer und Internet! So auch praktisch jeder Ecke Bremens, online verbunden mit der Polizeizentrale in der Vahrer Kaserne. Die Bremer Polizei geht einen anderen Weg. Sie geht zurück in die informationelle Steinzeit. Wo kann ein Bremer künftig seine Anzeigen aufgeben? An sechs Stationen. Das wäre noch irgendwie einsichtig, wäre Bremen nicht wesentlich länger als breit. Von Mahndorf bis Farge sind es mit dem Auto bekanntlich über 50 km. Also sind jetzt alle noch mehr mit dem Auto unterwegs, um bei Bedarf zusammen zu kommen, Polizei und Bürger. (Von Staus wollen wir hier gar nicht reden). Ach ja, Anzeigen betr. Fahrraddiebstahl und Sachbeschädigung kann man tatsächlich online einreichen. Dunnerlüttchen, das ist Fortschritt!
    Wäre der Gewinn nun der, dass wieder Polizisten auf den Straßen patrouillieren, sich umschauen und dem Bürger näher kommen, ginge das ja noch in Ordnung. Aber das Gegenteil ist der Fall. Man sieht Polizisten auf den Straßen seltener denn je.
    Also, irgendetwas stimmt da nicht in Ihrer Rechnung, Herr Senator Mäurer.
    Martin Korol, Bremen

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