Der Erhalt der Realschule ist weiterhin einer der strittigen Punkte der Schulentwicklungsplanung für Delmenhorst. Foto: Konczak
Raumnot

Schulentwicklungsplanung stockt noch

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Nach einem informellen Gespräch des Arbeitskreises Schulentwicklungsplanung zeichnet sich noch keine einheitliche Linie der Politik für die künftige Schullandschaft im Sekundarbereich I in Delmenhorst ab.

Während einige Fraktionen zumindest bereit sind, spätestens im März eine Entscheidung zu treffen, fordert die SPD noch zusätzliche Daten. Für den 7. Februar steht das Thema auf der Tagesordnung einer Sitzung des Bildungsausschusses.

Kernfrage bleibt, ob es neben Oberschulen, Gymnasien und der IGS weiterhin auch Haupt- und Realschulen in Delmenhorst geben soll. Daraus ergibt sich dann die Frage, wie die Schulen auf die vorhandenen Gebäude verteilt werden. Insbesondere an den Gymnasien gibt es einen erhöhten Raumbedarf.

SPD will genauere Standortanalyse

„Wir werden einen Antrag einbringen, der den Wunsch nach einer Standortanalyse mit Wohn- und Zuzugsgebieten enthält“, kündigt Antje Beilemann (SPD) an. Auch Themen wie Hortbetreuung und Ganztagsbetrieb seien in den bisherigen Ausarbeitungen der Verwaltung nicht ausreichend berücksichtigt.

Deshalb könne man bislang keiner Variante zustimmen. „Uns ist wichtig, dass jedes Kind die Chance auf bestmögliche Bildung erhält. Es darf keine Durchlässigkeit nur nach unten geben“, betont sie.

Sechs Varianten erarbeitet

Zur Erinnerung: Die Stadtverwaltung hatte im Herbst eine Vorlage für die Schulentwicklungsplanung mit insgesamt sechs Varianten vorgelegt. Sie hatte dabei eine Präferenz für die Variante 3 bekundet. Diese sieht im Kern eine Verschmelzung der Real- und Hauptschule zu einer dritten Oberschule am Standort Holbeinstraße/Stubbenweg vor. Die Räume an der Lilienstraße könnten dann für die Außenstelle des Wilmsgymnasiums genutzt werden.

Die CDU-Fraktion macht sich demgegenüber für eine abgewandelte Variante 1 stark. Diese sieht den Erhalt aller Schulformen vor. Durch Konzentration der Oberschule Süd am Brendelweg wäre an der Königsberger Straße Platz für die Außenstelle des Willmsgymnasiums. Die beiden Realschulstandorte an der Lilienstraße und der Holbeinstraße sollen wieder zu eigenständigen Schulen werden.

„Die Oberschulen werden nicht so angenommen. Wenn wir die Realschulen auflösen, nimmt der Druck auf die Gymnasien weiter zu“, befürchtet Frauke Wöhler, bildungspolitische Sprecherin der CDU.

CDU will entscheiden

Die Forderung der SPD nach zusätzlichen Daten kann sie nicht nachvollziehen. „Ich habe die Vorlage so verstanden, dass wir uns erstmal auf ein oder zwei Varianten verständigen sollen, die dann gerechnet werden. Im März können wir dann entscheiden“, meint sie.

„Es ist vor Ostern zu entscheiden, wie die Raumbedarfe der beiden Gymnasien zu regeln sind“, erklärt FDP-Fraktionsvorsitzender Murat Kalmis. Auf eine bevorzugte Variante legen sich die Liberalen auf Anfrage nicht fest.

Auch FDP für Erhalt der Realschule

Allerdings treten auch sie für den Erhalt der Realschulstandorte und der Hauptschule ein, solange es eine tragfähige Schülerschaft gebe. Für die beiden Oberschulen schlägt die FDP die Einrichtung einer gemeinsamen gymnasiale Oberstufe vor. „Ohne eine solche Oberstufe wären diese Schulen weiterhin ein Planungstorso“, sagt Kalmis.

Zustimmung zum Verwaltungsvorschlag kommt von den Linken. „Am liebsten wäre uns natürlich, wenn es nur noch IGSen geben würde“, betont Fraktionsvorsitzende Edith Belz. Derzeit lasse ihre Partei prüfen, ob es rechtlich möglich sei, die Größe der Gymnasien zu beschränken. „Für eine zweite IGS müssen Schüler da sein. Wenn alle aufs Gymnasium geschickt werden, funktioniert das nicht.“

Einig sind sich SPD, CDU und Linke, dass viele Eltern nicht ausreichend über die verschiedenen Konzepte der Delmenhorster Schulen informiert sind. Eine zentrale Veranstaltung, auf der sich alle Schulen parallel präsentieren, könnte Abhilfe schaffen.

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