Der geplante Klinikneubau wird gefördert. Grafik: GSP Gerlach Schneider Partner Architekten
Krankenhaus

Neue Klinik für die Stadt

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Der Startschuss für eine detaillierte Bauplanung ist jetzt gefallen. Es gibt zirka 150 Millionen Förderung.

Eine hochmoderne Klinik mit kurzen Wegen und viel Licht und Luft zum Genesen – so sieht der Plan aus, dem nichts mehr im Weg steht. Der Krankenhausplanungsausschuss des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat am Mittwoch sein Einvernehmen erklärt, den Neubau des Josef-Hospitals mit rund 150 Millionen Euro zu fördern. „Es ist das Größte und Wichtigste, was die Stadt je erreicht hat“, sagt Oberbürgermeister Axel Jahnz.

„Eine Förderung über eine solch hohe Summe für ein Bauvorhaben dieser Größenordnung hat es in Delmenhorst noch nie gegeben“, sagt er weiter. „Mein Dank gilt ausdrücklich dem Land, den beteiligten Ministerien und unserem Landtagsabgeordneten Deniz Kurku, die uns ganz eng begleitet und unterstützt haben“, sagt Jahnz und unterstreicht die große Bedeutung der Mitarbeiter, die das Krankenhaus weiter bewirtschaften. „Das ist ein Wir-Projekt, ein hundertprozentiges Delmenhorst-Projekt ohne Gesellschafter“, so Jahnz.

„Damit ist der Startschuss gefallen, um nun in die Detailplanung gehen zu können“, sagt der Geschäftsführer des Josef-Hospitals Florian Friedel. „In den vergangenen Monaten haben wir uns darauf konzentriert, die Grundlagen für eine solche Entscheidung zu schaffen.“ Auf politischer Ebene habe es zahlreiche vertrauliche Gespräche mit Vertretern des Ministeriums gegeben. Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, der Betriebsrat und die Klinikleitung hätten mit Hochdruck daran gearbeitet, das Krankenhaus wirtschaftlich zu stabilisieren.

„Unser vorrangiges Ziel ist und bleibt, dass das Krankenhaus gemeinsam mit der Stadt den notwendigen Eigenanteil aus eigener Kraft finanzieren wird“, erklärt Friedel. „Mit der nunmehr zugesagten Höhe an Fördermitteln wird uns das gelingen. Belastbare Aussagen zu den Gesamtkosten können aber erst nach Abschluss der Detailplanung gemacht werden.“

Der Bebauungsplan von 1963 bleibt aktuell

Klar ist jedoch jetzt schon, dass man die Pläne komplett auf dem Gelände des Krankenhauses realisieren kann. So ist es nicht nötig, auf einen neuen Bebauungsplan zu warten, der bisherige aus dem Jahr 1963 ist nach wie vor für das Vorhaben geeignet. Ein immenser Zeitvorteil, so Jahnz. „Wir sparen ein knappes Jahr.“ Auch müsse man keinerlei Nachbargrundstücke dazukaufen. „Der Stadt gehören alle Flächen“, betont Jahnz.

Der geplante Neubau für das Krankenhaus benötigt eine Fläche von zirka 110 mal 70 Metern. Dafür will man bisherige Parkplätze und kleinere Gebäude opfern. Damit es aber weiterhin eine adäquate Parksituation gibt, fassen die Plänen auch den Neubau eines Parkhauses auf dem Krankenhausgelände ins Auge.

Das Ministerium kann den endgültigen Förderbescheid erst dann erteilen, wenn die nächsten Planungsschritte erfolgt sind. „In diesem Jahr werden wir uns vor allem mit der Finanzplanung für unseren Eigenanteil und der Bauplanung des Parkhauses beschäftigen, denn das ist die Grundvoraussetzung dafür, das Baugrundstück fürs neue Klinikgebäude vorbereiten zu können“, erklärt Friedel die nächsten Schritte. Die Architekten stehen bereits fest: GSP Gerlach Schneider Partner Architekten aus Bremen haben den Zuschlag für dieses Großprojekt bekommen.

Friedel erzählt von der intensiven Arbeit, die in die Gestaltung des Stationenbaus geflossen ist. „Aufgrund der Untergrenze in Hinsicht auf Pflegekräfte, sind die Stationen kleinere, intimere Bereiche. Sie können aber über Nacht zusammengeschlossen werden.“ Wie der Neubau indes von außen aussehen wird, ist noch nicht geklärt. Der Denkmalschutz werde beim Bau mitsprechen, so Friedel. Ob es ein Klinkerbau werde, könne man aber noch nicht sagen.

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1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Wenigstens kein Stückwerk wie in Bremen-Mitte

    Hoffentlich wird nicht die Versorgung mit Notstrom vergessen, wie beim neuen Laborgebäude für 30 Mio Euro, das nicht betrieben werden kann und das auf dem Gelände der Medizinischen Hochschule in der Landeshauptstadt Niedersachsens steht.
    Die Bauplanung erinnert an die in Bremen, die bei der Umgestaltung des Klinikum-Mitte chaotisch verlief. Bauplanung aus Bremen sollte also in delmenhorst nicht zum Vorbild genommen werden. Das Gesundheitswesen aber auch nicht.

    Der Skandal hierum, der in den unendlichen Verzögerungen und Verteuerungen zu sehen ist, machte einmal mehr deutlich: Bremen hat erheblichen Fachkräftebedarf in seinen Behörden und Beteiligungsgesellschaften. Niedersachsen nicht minder.

    Wer in Bremen mehr als einen Schnupfen hat, dem ist anzuraten, sich Ärzte außerhalb des kleinsten Bundeslandes zu suchen, dass nicht einmal eine universitäre Fakultät für diese Disziplin anbietet. Diesen Missstand und die schlimmen Folgen von Behandlungen durch schlecht aus, fort- und weitergebildete Mediziner für Patienten, beklagt auch der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung. Die besseren Mediziner wie Facharbeiter und Studierende suchen sich Bremen aus diesem Grunde und wegen der fehlenden Angebote an weichen Standortfaktoren, ohne die es zu keiner positiven Entscheidung bei der Standortwahl bezüglich einer Ansiedlung kommen kann, nicht aus. Weder hochschwellige kulturelle Angebote noch eine nennenswerte Kneipen- oder Clubszene oder Sterneküche sind in Bremen zu finden

    Die Historie des Hauptklinikum in Bremen, dem heutigen Klinikum-Mitte, reicht von „A“, wie Aribert Galla, und „O“, wie Organentnahme an falscher Stelle, über „B“, wie Bauverzögerungen und -Verteuerungen, bis „Z“, wie zwischenzeitliche Schließung der Frühchenstation nach der Entdeckung von Krankenhauskeimen und verstorbenen Patienten.

    Schon eineinhalb Jahrzehnte vor Beginn des Jahrtausends 3.0, kam es zu einem großen Verwaltungsskandal, in dessen Rahmen das akademische Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen, bundesweit und im Spiegel unter dem Titel „Die Schwarzgeldklinik“ bekannt geworden ist. Aribert Galla, sein Vetter und der damalige Gesundheitskommissar Hennig Scherf hatten allen Grund sich aus verschiedenen Gründen zu feiern. Letzterer auch heute noch darüber, dass der damalige Ausbau des Klinikums zügiger von Statten ging, als der jetzt gerade beendete, dessen Fertigstellung sich in Folge des bauplanerischen Desasters, das von Stümpern in die Praxis umgesetzt worden ist, sich um Jahre verzögerte.

    Aber auch weitere Skandale ließen im neuen Jahrtausend unter den SPD-Gesundheitssenatorinnen und -senatoren, wie Willi Lemke, Ingelore Rosenkötter, Renate Jürgens-Pieper, Hermann Schulte-Sasse und der amtierenden Prof Dr. Quante-Brandt nicht auf sich warten.

    Mehrere Frühchen verstarben wegen einer Infektion mit Krankenhauskeimen auf der für die Region als einzige vorgehaltene Frühchenstation. Einem 18-Jährigem wurde vor Kurzem das falsche Organ entnommen. Das finanzielle Fiasko das mit der gerade abgeschlossenen Umgestaltung des Klinikgeländes einherging, wird die Haushalte noch für lange Zeit nachhaltig belasten.

    Im April 2011, das Frühchensterben am Klinikum St-Jürgen-Straße war gerade bundesweit einmal mehr zum Thema geworden, verstarb ein alleinstehender Mittfünfziger auf einer anderen Station der Klinik an Keimen. Im Mai des Jahres wurde gewählt und der personelle Wechsel im Gesundheitsressorts stand auf der politischen Bühne an. Renate Jürgens Pieper war als ihre Nachfolgerin nach Bremen geholt worden. Ingelore Rosenkötter war schon lange sichtlich angegriffen, ob des andauernden Skandals um die toten Babys. Eine kleine Meldung über den Tod des Mannes auf der Intensivstation fand erst während der politischen Sommerpause im August Eingang in die lokale Presse, weil die Staatsanwaltschaft kurz den Abschluss der Ermittlungen bekannt gab.

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