Im letzten Jahr waren die Straßen im Bürgerpark während des Freimarkts trotz offensichtlicher Verbotsschilder zeitweise komplett zugeparkt. Foto: Privat
Freimarkt

Freimarkt-Chaos droht erneut

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Die Bürgerschaft sieht kaum Fortschritte in dem Verkehrskonzept für das diesjährige Volksfest.

Neue Legislaturperiode, alte Ärgernisse: In der ersten regulären Sitzungswoche hat die Bremische Stadtbürgerschaft über ein Verkehrskonzept für den Freimarkt beraten. Mit überschaubaren Ergebnissen.

Der Senat hatte bereits Ende des vergangenen Jahres angekündigt, mit verschiedenen Projektpartnern ein neues Konzept gegen Falschparker und das Verkehrschaos während der fünften Bremer Jahreszeit zu entwickeln. Nun befürchten jedoch viele der Abgeordneten ähnliche Zustände auch auf dem diesjährigen Volksfest.

Erste Maßnahmen ohne Erfolg

Erste Maßnahmen haben laut Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) noch nicht gefruchtet. So seien etwa Schranken zur Straße am Emmasee sowie Baumstämme, die das Parken am Straßenrand verhindern sollten, während der Osterwiesen komplett ignoriert worden.

„Auch wenn die Osterwiesen nicht mit dem Freimarkt zu vergleichen sind, haben wir doch schon erste Erkenntnisse gewonnen“, sagte Schaefer.

Weitere Änderungen in Planung

Für den Freimarkt 2019 seien nun Änderungen in der Verkehrsführungen geplant: Einbahnstraßen sollen umgekehrt werden, entlang des Torfkanals sollen Baumstümpfe eingebracht werden, die Überwachung der Parksituation soll verstärkt werden.

Geprüft werden laut Schaefer zudem eine Ausweitung der Park-and-Ride-Angebote sowie ein verbundweites Sonderticket für Bus und Bahn. Neue Parkflächen an der Hemmstraße seien dagegen nicht zu finanzieren.

Findorffer entlasten

Für die Bürgerschaftsabgeordneten dauert die Lösungsfindung bisher zu lange. „Die Menschen in Findorff erwarten, dass die Situation schnell besser wird“, sagte etwa Ralph Saxe (Grüne). Er fordert eine bessere Überwachung der Parkplätze sowie eine bessere Kommunizierung der vorhandenen Park-and-Ride-Flächen.

Grundsätzlich steht für Saxe aber fest: „Wer es mit der Verkehrswende wirklich ernst meint, sollte zu solchen Anlässen gar nicht mehr mit dem Auto kommen“.

Wenig Hoffnung

Ähnlich sah das auch Heiko Strohmann (CDU), schränkte aber ein: „Sehr viele Besucher kommen ja schon mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Markt. Die Autofahrer müssen einfach besser auf die richtigen Parkmöglichkeiten hingewiesen werden.“

Aus den bisherigen Maßnahmen des Senats schöpft er wenig Hoffnung: „Ich sage voraus, dass wir nach dem diesjährigen Freimarkt nochmal die gleichen Probleme diskutieren werden“.

Thore Schäck (FDP) wurde etwas konkreter: „Wir brauchen Lösungen. Der ÖPNV muss mehr gefördert werden, wir brauchen mehr Park-and-Ride-Angebote und eventuell auch Shuttle-Busse“. Teilsperrungen und Barrieren würden die Probleme nicht lösen, vielmehr brauche es weitere Parkplätze, so Schäck.

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1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Erst einmal Freibier von Anwohner und dann Anliegerparken

    Schon seit Jahren fordern vernünftige Bürger aus Findorff das Anliegerparken entlang des Torfkanals sowie in den von der Findorffstraße abgehenden Seitenstraßen bis hin zur Hemmstraße.

    Und das während des ganzen Jahres. Denn nicht nur während der Freimarktzeit, sondern auch während der Osterwiese und anderen Großveranstaltungen auf der Bürgerweide fehlt es an Parkraum für Anwohner und Anlieger. Bislang haben es Generationen von Abgeordneten nicht geschafft, dem jährlich auch durch andere Veranstaltungen wachsenden Probleme der Findorffer, ihr Auto abstellen zu können, Herr zu werden. Nicht einmal eine Einladung zum Freibier oder zum Frühschoppen haben Findorffer von den Marktkaufleuten in all den Jahren bekommen, die ja auch davon profitieren, dass Findorffer ihre Parkflächen für Besucher der Veranstaltungen unfreiwillig hergeben.

    Schon zu Zeiten der AFB (Wählervereinigung Arbeit für Bremen und Bremerhaven) arbeitete ein Findorffer, der jedoch nicht als Beiratskandidat als Seiteneinsteiger in die Politik ausreichend unterstützt worden ist, an einem Verkehrsleitkonzept, um die Brennpunkte der Parkinfarkte zum Freimarkt, zur Osterwiese insbesondere in Findorff vermeiden zu können. Beirat wurde ein Wirt eines Kleingartenvereins, der jedoch keine Zeit in den Abendstunden hatte, sich an den Beiratssitzungen zu beteiligen. Inakzeptabel für einen überdurchschnittlich intelligenten wie vielseitig gebildeten Bürger.

    Dabei wurde von ihm ein Konzept entwickelt und Abgeordneten im Fraktionsbüro benannt, dass den Stadtteil und benachbarte Ortsteile komplett vom Freimarktsuchverkehr nach Parkplätzen zu entlasten und über die Verkehrsachsen, hin und weg zu und von den Autobahnzubringern ab- und durchzuleiten. Großparkplätze, wie den an der Uni waren schon damals zusammen mit dem ÖPNV eingebunden. Wie die Anreise mit dem Zug.

    Auf dieser und der anderen Seite der Weser bieten sich die Parkflächen rund um das Weserstadion sowie am Kuhhirten nach wie vor an, sofern der Bolzclub nicht zu hause spielt, auch unter der Woche als Parkraum für Freimarktbesucher zur Verfügung zu stehen. Dort muss nur ein Pendelverkehr eingerichtet werden, wofür die BSAG eingebunden wird. Weiter zur Landesgrenze hin sind an den Wochenenden ausreichend Parkmöglichkeiten und ÖPNV vor Ort vorhanden, betrachtet man die Airport-City, die zu den Stoßzeiten des Freimarktes, an Wochenenden, Menschen- und Autoleer ist und viele Parkräume anböte.

    Und die Einführung des Anlieger- und Anwohnerparkens in Findorff nicht vergessen, die Findorffer ab dem nächsten Jahr erwarten.

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