Anhand einer Powerpoint-Präsentation zeigte der Architekt Professor Klaus Rademacher von den Klosterfreunden, wie weit die geplanten Projekte rund um das Museum vorangeschritten sind. Fotos: nba Anhand einer Powerpoint-Präsentation zeigte der Architekt Professor Klaus Rademacher von den Klosterfreunden, wie weit die geplanten Projekte rund um das Museum vorangeschritten sind. Fotos: nba
Hude

Ein verbindliches Erbe der Zisterzienser

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Im Klosterbezirk sollen viele neue Projekte realisiert werden.

Der Verein Freunde des Klosters Hude informierte am Montagabend den Landtagsabgeordneten Axel Brammer über den aktuellen Stand der Projekt-Umsetzung „Klostermuseum Hude“. Dabei zeigten sich die Verantwortlichen höchst ambitioniert. Brammer reagierte begeistert auf die Vorhaben des Vereins. „Wir verlieren leider viel zu viele Kulturdekmäler“, klagte er.

Zunächst wollen die Freunde des Klosters Hude den Eingang zum Museum direkt an die Von-Witzleben-Allee verlegen. Die bauliche Veränderung solle bereits im kommenden Jahr durchgeführt werden, sagte Klaus Rademacher, erster Vorsitzender des Vereins. Je nach Höhe der Fördermittel entscheide man dann, ob der Zugang bis zur Straße gepflastert werde oder eben nicht.

Ein weiteres, unmittelbares Vorhaben des Vereins ist es, einen Klosterweg zu den einzelnen Elementen und Gebäuden des ehemaligen Zisterzienserklosters auszuweisen. „Bis auf ein kleines Stück existiert dieser Rundweg bereits“, verriet Rademacher. Was fehle seien Wegweiser und einige Hinweisschilder mit Erläuterungen. Ein Highlight am Klosterweg sei beispielsweise der ehemalige Ziegelhof mit den Brennöfen. „Der gehört zu den schönsten Sachen, die ausgegraben wurden“, schwärmte Rademacher. Nach der Dokumentation habe man ihn damals zunächst allerdings wieder zuschütten müssen.

Dachkanten der Klosterruine per Hologramm sichtbar machen

Doch auch für die Klosterruine selbst planen die Vereinsmitglieder Großes: „Wir würden gerne die Dachkanten des Klosters durch ein Hologramm oder mit einer Lichtinstallation abends, wenn es dunkler wird, darstellen“, erklärte der Vereinsvorsitzende. Wie genau man das realisieren kann, vermochte Rademacher noch nicht zu sagen. Bereits realisiert sei jedoch eine 3-D-Rekonstruktion des Klosters, die per Virtual-Reality-Brillen „begehbar“ sei.

Auch den Vorschlag von Greta von Witzleben für einen Hochzeitswald möchte der Verein aufgreifen. Zudem sollen ein Spielplatz und eine Freiluft-Terrassen-Anlage auf der anderen Seite des Baches mit Blick auf die Ruine entstehen.

„Leider verzeichnen wir einen deutlichen Rückgang von Schulklassen, die den Klosterbezirk besuchen. Deshalb möchten wir uns auch verstärkt den Schulen anbieten und stehen als außerschulischer Lernort zur Verfügung“, sagte Rademacher.

Kulturdenkmal von besonderer nationaler Bedeutung

Der Landtagsabgeordnete Axel Brammer zeigte sich am Montag beeindruckt von den Planungen des Vereins. „Für die einzelnen Projektteile müssen wir in Kontakt bleiben“, riet er. Zudem legte er den Verantwortlichen nahe, konsequenter entsprechende Fördermittel einzuwerben, beispielsweise über die Bingo-Umwelt-Stiftung.

Das ehemalige Zisterzienserkloster wurde im Jahr 1232 gegründet und war in seiner rund 300 Jahre langen Blütezeit ein wirtschaftliches, politisches sowie geistiges Zentrum im östlichen Teil der Grafschaft Oldenburg. Zwischen 1250 und 1450 war die Klosterkirche Grablege der Oldenburger Grafen, zu deren Nebenlinie das dänische Königshaus gehörte. Im Jahr 1530 wurde das Kloster aufgegeben. Seit 1687 ist die Anlage im Besitz der Familie von Witzleben.

Seit 1987 ist die Anlage mit ihren 20 Kulturdenkmälern offiziell ein „Bau- und Kulturdekmal von besonderer nationaler Bedeutung“. Für knapp vier Millionen Mark wurde die Ruine von 1979 bis 1994 saniert. Seit zwei Jahren ist sie wegen Steinschlag wieder gesperrt. Für die Sanierung werden etwa 600.000 Euro veranschlagt. 2018 haben rund 6.000 Besucher den Klosterbezirk besucht, etwa die Hälfte der Gäste hat an Führungen teilgenommen.

Auch heute noch ist der Orden der Zisterzienser aktiv. Von den rund 2.450 Zisterziensern gäbe es heute noch rund 600 Mönche. „Die Zisterzienser haben uns in Hude ein verbindliches kulturelles Erbe hinterlassen“, machte Rademacher deutlich.

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