Gemeinsam mit den Schülerinnen nimmt Dilek Ince-Taspinar (rechts) Maß. Da wirft auch Schulleiter Stephan Wegner (4. von rechts) einen Blick drauf.Foto: Harm Gemeinsam mit den Schülerinnen nimmt Dilek Ince-Taspinar (rechts) Maß für die Herzkissen. Da wirft auch Schulleiter Stephan Wegner (4. von rechts) einen Blick drauf. Foto: Harm
Nachhaltigkeit

Statt wegwerfen: Schülerinnen nähen Herzkissen

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In Bremen-Nord machen Schülerinnen aus alten Stoffen Herzkissen für Krebspatientinnen.

Immer nur basteln – das wollte Dilek Ince-Taspinar nicht mehr. Jedes Jahr aufs Neue bastelte die pädagogische Mitarbeiterin der Oberschule In den Sandwehen mit den Schülern in der Projektwoche. „Darauf hatte ich irgendwann keine Lust mehr. Ich wollte etwas machen, was die Leute gebrauchen können“, sagt sie. Jetzt nähen die Schüler Herzkissen.

Die Polster sollen die Schmerzen von Brustkrebspatientinnen nach dem Eingriff lindern. Die Kissen in Herzform werden unter die Achsel geklemmt. „Sie schützen die Wunde, der Spannungsschmerz wird von der Narbe genommen, und die Wundflüssigkeit kann besser fließen“, erklärt Dilek Ince-Taspinar. „Die Kissen sollen natürlich auch Trost spenden.“

Erlöse aus Herzkissen gehen an die Kinderkrebsstation

Die Stoffe bekam sie von Privatleuten und von Hammer in Ihlpohl. „Die Idee ist, aus alten Stoffen, die nicht mehr benötigt werden, etwas Neues zu machen“, sagt Ince-Taspinar. So landeten auch Gardinen bei ihr, Ausstellungsstücke aus dem Fachmarkt.

Sie können meist zwar nicht für die Herzkissen verwendet werden, da sie nicht aus reiner Baumwolle bestehen. „Aber daraus nähen wir Stofftaschen.“ Kunden erhalten sie im E-Center in Blumenthal gegen eine Spende. Die Erlöse gehen an die Kinderkrebsstation am Klinikum Bremen-Mitte. So helfen die Schülerinnen nicht nur den kleinen Patienten, sondern tragen auch dazu bei, dass weniger Plastiktüten genutzt werden.

Die Herzkissen sind in der jährlichen Projektwoche gegen eine Spende erhältlich. Exemplare, die übrig bleiben, gehen an die Patientinnen des Brustzentrums Bremen-Mitte.

Schülerfirma mit nachhaltigem Gedanken

Aus der Idee für die Projektwoche hat sich inzwischen eine Schülerfirma entwickelt. Immer mittwochs rattern für drei Stunden die Nähmaschinen, wird Maß genommen und Stoff zugeschnitten.

Sechs Neuntklässlerinnen haben sich beim Nähstudio Sandwehen angemeldet. Sie nähen Stofftaschen, Schlüssel­­an­hänger, Leseknochen, Lätzchen, Schürzen und Büchertaschen.

Die Schülerinnen kümmern sich selbst um die Budgetplanungen und den Einkauf. „Wir vermitteln aber darüber hinaus noch handwerkliche Fertigkeiten“, sagt Schulleiter Stephan Wegner. „Die Schülerinnen lernen, dass man nicht gleich alles wegwerfen muss.“

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