Milot Rashica trifft zum 3:2 gegen Wolfsburg Milot Rashica erzielte für Werder den 3:2-Siegtreffer. Foto: Nordphoto
3:2 in Wolfsburg

Mit Mut und Leidenschaft zum Erfolg

Von
Werder Bremen hat seine Sieglosserie beendet. Der Auswärtssieg in Wolfsburg war nichts für schwache Nerven.

Rashica (13., Handelfmeter, 82.) und Bittencourt (39.) trafen für die Bremer. Weghorst (36.) und William (73.) glichen für die Gastgeber zweimal aus. 

„Die letzten Wochen haben an uns genagt. Deshalb war es wichtig, dass wir den Sieg über die Zeit gebracht haben“, sagte Florian nach dem Spiel bei Sky. „Es war nicht unser bestes Spiel, aber der Mut und der Wille waren da.“

Bittencourt und Groß zurück im Team

Werder ging mit zwei Veränderungen gegenüber gegenüber dem 1:2 gegen Schalke ins Spiel: Leonardo Bittencourt rückte nach überstandener Erkältung wieder in die Startelf. Das war verbunden mit einer Systemumstellung. Die Bremer starteten mit einer 4-3-3-Grundordnung. Folglich war nur Platz entweder für Philipp Bargfrede oder für Nuri Sahin. Kohfeldt entschied sich für Bargfrede.

Auch in der Viererkette gab es eine Umstellung. Christian Groß, der zu Saisonbeginn als Notbesetzung in der Innenverteidigung einen zuverlässigen Part gespielt hatte, rückte für den zuletzt etwas unglücklichen Sebastian Langkamp ins Team.

Beide Mannschaften suchten vom Anpfiff weg zunächst ihr Heil in der Offensive, pressten weit in der gegnerischen Hälfte. Von Verunsicherung trotz der Sieglosserie war bei den Bremern nichts zu spüren.

Erste Chance für Klaassen

Bereits nach vier Minuten die erste gute Chance für Werder: Klaassen kam einen Tick zu spät, um eine Flanke von Rashica über die Linie drücken zu können. Im Gegenzug scheiterte Victor mit einem Kopfball nur knapp.

Es ging weiter munter hin und her. Nach zwölf Minuten pfiff Schiedsrichter Robert Kampka dann das laufende Spiel ab um sich eine vorherige Szene nochmal am Bildschirm anzusehen. Dort war das Handspiel von Guilavogui, der einen Schuss von Yuya Osako im Strafraum weit über Schulterhöhe abwehrte, deutlich zu erkennen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Rashica sicher.

Werder verwaltete den Vorsprung recht geschickt bis zur 36. Minute. Dann gab es eine Ecke für Wolfsburg. Brooks gewann das Kopfballduell gegen Groß, Weghorst fälschte ab und Werder hatte den zwölften Gegentreffer der Saison noch einem ruhenden Ball gefangen – 1:1.  

Bittencourt trifft zum 2:1

Doch die Bremer gaben die richtige Antwort. Nach Balleroberung in der Wolfsburger Hälfte flanke Ludwig Augustinsson in den Strafraum. Bittencourt tauchte zum Flugkopfball ab und traf zum 2:1 (39.).

Nach dem Seitenwechsel drängte Wolfsburg auf den Ausgleich. Werder schaffte es nicht mehr den Ball kontrolliert nach vorne zu spielen und geriet zusehends unter Druck.

Nach 62 Minuten jubelten dann die VfL-Fans. Bruma hatte nach einem Arnold-Freistoß eingenickt. Die Fehleranalyse erübrigte sich für den Moment, weil zum zweiten Mal am Sonntagabend der Videoassistent zu Gunsten der Bremer Eingriff. Der Wolfsburger Verteidiger hatte knapp im Abseits gestanden.

Gut zehn Minuten später fiel der Ausgleich dann doch. Werder bekam den Ball hinten nicht raus. William schlenzte von der Strafraumgrenze an zwei Bremern vorbei ins Netz – 2:2.

Kohfeldt setzt ein Zeichen 

Kohfeldt reagierte mutig und brachte mit Josh Sargent für Philipp Bargfrede einen gelernten Stürmer für seinen defensiven Mittelfeldabräumer.  Kurz darauf kam auch noch Pizarro für den emsigen Osako.

Der Mut wurde belohnt. Der häufig glücklose Maxi Eggestein, der kurz zuvor noch eine Großchance vergeben hatte, spielte einen Traumpass in den Lauf von Rashica. Der Stürmer behielt die Ruhe und schob den Ball locker zum 3:2 ins lange Eck (82.).

Doch bis Werder endgültig über die drei Punkte jubeln durfte lag noch ein hartes Stück Arbeit vor den Bremern. „Gefühlte 15 Standardsituationen“ (Kohfeldt) musste Werder überstehen. Trotz körperlicher Vorteile der Wolfsburger gelang es mit etwas Glück, viel Geschick und einer großen Portion Leidenschaft. 

Werder: Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkovic, Groß, Augustinsson – M. Eggestein, Bargfrede (76. Sargent), Klaasen – Bittencourt (86. Lang), Osako (78. Pizarro), Rashica

Teile jetzt den Artikel

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren...

1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Bremer im Exil freuen sich heute auf den Sieg von Mainz gegen Frankfurt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.