Der 1952 in Bremen geborene Hans Schüler macht sich für verstärkte Anstrengungen für den Klimaschutz in Findorff stark.Foto: Schlie
Klimazone Findorff

Klimaschutz kann Spaß machen

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Hans Schüler will sich für eine echte Verkehrswende und für mehr Klimaschutz im Stadtteil Findorff einsetzen.

Das Jahr ist fast zu Ende – und der WESER REPORT möchte in diesen Ausgaben gemeinsam mit Akteuren aus Findorff, Walle und Gröpelingen zurückblicken. Diesmal haben wir mit Hans Schüler gesprochen, der seit 30 Jahren in Findorff wohnt und seit Oktober der Vorsitzende des neuen Vereins Klimazone Bremen Findorff ist.

Weser Report: Herr Schüler, was waren für Sie die Höhepunkte im fast abgelaufenem Jahr?

Hans Schüler: Der Höhepunkt des Jahres 2019 war für mich am Freitag, den 20. September eine der größten Demonstrationen in der Stadtgeschichte Bremens. Mehr als 30.000 Menschen zogen durch die Stadt, um für eine neue Klimapolitik zu demonstrieren.

Weitere Highlights waren die über 200 Veranstaltungen, Mitmachaktionen und Infostände der Findorffer Klimazone in den Bereichen Ernährung/Konsum, Verkehr/Mobilität, Bauen/Energie und der ökologische Stadtgestaltung. Damit einher ging die erfolgreiche Vernetzung der Klimazone mit Findorffer Institutionen, Vereinen und Geschäftsleuten mit dem Ziel, die Klimazone zu einem Nachbarschaftstreff für den Stadtteil zu machen.

Ein wichtiger Höhepunkt war sicher auch die Vereinsgründung „Klimazone Bremen Findorff e.V.“ am 1. Oktober mit zehn Gründungsmitgliedern, mit der wir die erfolgreiche zweijährige Projektarbeit der Klimazone nachhaltig fortsetzen wollen. Dabei wollen wir viele Findorfferinnen und Findorffer für die Aktivitäten des Vereins gewinnen und auch zeigen, dass das Engagement für den Klimaschutz Spaß machen kann.

Ihr bestes Erlebnis war …

… die „Regio Challenge“. Dabei haben sieben Aktive gemeinsam versucht, sich eine Woche lang regional und saisonal mit Lebensmitteln, die im Umkreis von 100 Kilometern produziert worden, zu ernähren. Das war nicht einfach, aber auch nicht unmöglich.

Wenn mehr Leute regional und saisonal einkaufen würden und weniger auf den Preis als auf Qualität und Geschmack Wert legten, würde dies die Region ungemein stärker und vielleicht auch mehr junge Leute motivieren, in die Landwirtschaft zu gehen. Wozu natürlich auch eine echte Agrarwende notwendig wäre.

Gab es auch negative Ereignisse?

Das Zaudern und Zögern der Politik in Sachen des Klimaschutzes. Das Klimapaket der Bundesregierung reicht leider nicht ansatzweise, damit die Bundesregierung Deutschland seine Verpflichtungen erfüllen kann, die Klimakrise einzudämmen.

Auch der Weltklimagipfel in Madrid gibt wenig Hoffnung auf eine Wende in der Klimapolitik. Aber die Klimademonstrationen zeigen, wie wertvoll es ist, sich für eine Sache einzusetzen. Wir bleiben optimistisch und wollen weiterhin etwas zum Klimaschutz und einem offenen Miteinander beitragen.

Was wünschen Sie sich für das Jahr 2020?

Gespannt werde ich das Umsetzen der Koalitionsvereinbarungen der neuen Landesregierung 2020 und in Folgejahren verfolgen, um mehr Klimaschutz für Bremen in allen Stadtteilen besonders auch in Findorff zu erreichen.

Unser Ziel im Jahr 2020 des Vereins Klimazone wird ein Offensive gegen Plastik und langfristig ein plastikfreies Findorff sein. Ein Umdenken in Sachen Konsum ist nämlich vielerorts spürbar. Unverpackt Läden und Abfüllstationen nehmen zu und Wochenmarktbesucher verzichten auf Einwegverpackungen.

Die Verkehrssituation in Findorff ist seit Jahrzehnten angespannt. Ich hoffe, dass die eingeleiteten Maßnahmen konsequent weiterverfolgt werden und wir zu einer echten Verkehrswende im Stadtteil kommen.

Insgesamt streben wir eine Stadt mit weniger Autos und ‚Platz-da!‘ für Fußgänger und Radfahrer an, in der Menschen gerne leben. Die Initiative ‚Platz-da!‘ hat 6.000 Unterschriften für einen Bürgerantrag an die Bremische Bürgerschaft gesammelt und erwartet jetzt weitere Schritte zur Verkehrswende in Bremen.

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