Doppelfehler: Dieser Pkw parkt nicht nur aufgesetzt, sondern auch noch viel zu dicht an der Kreuzung. Foto: Schlie Doppelfehler: Dieser Pkw parkt nicht nur aufgesetzt, sondern auch noch viel zu dicht an der Kreuzung. Foto: Schlie
Parkraum

Viertel: Bewohnerparken verzögert sich

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Die Einführung ist erst für Sommer geplant. Ein zweites Testgebiet in Findorff soll parallel starten.

Das Bewohnerparken in einem Bereich westlich der St.-Jürgen-Straße, zwischen Bismarckstraße, Horner Straße und Vor dem Steintor, ist längst beschlossene Sache. Doch die Bürger in dem Bereich müssen sich noch in Geduld üben. Erst zur Jahresmitte ist mit einer Umsetzung zu rechnen. Im September war noch von Anfang 2020 die Rede gewesen.

„Wir wollen zwei Testgebiete parallel starten,“ erklärt Jens Tittmann, Sprecher von Mobilitätssenatorin Maike Schaefer. Der zweite Bereich liege in Findorff, westlich der Bürgerweide. Der Beirat Findorff habe aber erst im Dezember die notwendigen Beschlüsse gefasst. Nun müsse das Thema noch durch die Deputation.

Voraussichtlich werde es nicht möglich sein, die Unterlagen fristgerecht bis zur Februarsitzung fertig zu stellen. Folglich könne sich die Deputation voraussichtlich erst im März damit befassen. Erst danach könne das Amt für Straßen und Verkehr damit beginnen, die Umsetzung vorzubereiten.

Unabhängig voneinander starten

Steffen Eilers, Sprecher des Beirats Östliche Vorstadt, kann die Verzögerung verschmerzen. „Wenn das ordentlich gemacht wird, kann man die Verzögerung in Kauf nehmen“, meint er. „Da ist ordentlich Druck dahinter. Es gibt niemanden der bremst.“ Der Beirat werde sich im März erneut mit dem Bewohnerparken beschäftigen.

Dann soll auch der bereits für Dezember angekündigte „Betriebsplan zur Parkraumbewirtschaftung“ vorgelegt werden. Darin wird beispielsweise geregelt, an welchen Stellen Automaten für Kurzzeitparker aufgestellt werden.

Ortsamtsleiterin Hellena Harttung meint, das Anwohnerparken im Viertel könne auch unabhängig von Findorff starten. Notwendig sei es, da sehr viele Klinikum-Mitte-Mitarbeiter und abends auch Party-Menschen den Parkdruck stark erhöhen würden. In Zukunft müssten diese fürs Autoabstellen zahlen. „Derzeit gibt es in dem Quartier 1.315 gemeldete Pkws und 1.436 Stellplätze, inklusive der privaten Garagen“, so Harttung.

Weitere Maßnahmen geplant

Die Einführung von Bewohnerparken ist ein wesentliches Ergebnis des von der EU geförderten Sunrise-Projektes. Das vierjährige Forschungsvorhaben (2017 – 2021) dient der Entwicklung und bespielhaften Erprobung von nachhaltigen Mobilitätslösungen auf Quartiersebene, unter Beteiligung aller Interessengruppen.

Für 2020 sind weitere Maßnahmen für die Quartiere rund um das Krankenhausgelände geplant, um das Falschparken zu reduzieren und alternative Mobilitätskonzepte zu fördern. So soll eine verstärkte Verkehrsüberwachung durch das Ordnungsamt erfolgen, um das Zuparken von Gehwegen, Einmündungen und selbst Feuerwehrzufahrten zu verhindern und eine bessere Einhaltung der Verkehrsregeln.

Zuvor ist eine Informationskampagne geplant – eine Hauswurfsendung als Information, in der Folge dann erst gelbe und dann rote Karten für Falschparker – Ziel bessere Einhaltung geltender Verkehrsregeln. Motto: „back to the rules“.

Weitere Maßnahmen: neue Car-Sharing-Stationen und Fahrradstellplätze. Auch soll das Leih-Lastenradangebot „Fietje“ verbessert werden und ab Februar ein erstes Sunrise-Fietje zum Ausleihen kostenlos bei Oecotop an der Friedrich-Karl-Straße 98 zur Verfügung stehen.

von Robert Lürssen und Jens Fischer


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